Wer ist eigentlich YouTube?
25. Oktober 2006 | 11:13 von Tim Gloystein |Jetzt hat es auch uns erwischt. Der grundgute, absolut und komplett ohne geschütztes Fremdmaterial produzierte Fanfaktor weekly-Trailer wurde von YouTube gelöscht:
“This is to notify you that we have removed or disabled access to the following material as a result of a third-party notification by Deutsche Fussball Liga claiming that this material is infringing.”
Warum nur?, fragt sich die geschockte und leicht verärgerte Fanfaktor-Redaktion. Lässt die Deutsche Fußball Liga GmbH alle Videos löschen, die mit “Bundesliga” getagged sind? Handelt es sich um einen persönlichen Racheakt eins DFL-Beamten, dem das Grün nicht gefällt? Wo führt das alles hin und wie wird es enden?
Fragen über Fragen, auf die es wahrscheinlich keine Antwort geben wird. Und gerade das ist wirklich ärgerlich.
Also, liebe Fußball-Blogger, schnell bei YouTube eure Videos aufräumen, bevor es jemand anders tut. Unsere Empfehlung: Alles löschen, was mit Fußball zu tun hat. Man kann ja nie wissen …
Nachtrag: Kollege Hornemann sagt auch was dazu.
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am 25. Oktober 2006 | 12:55
[...] Nach der Übernahme von YouTube durch Google dachte ich eigentlich, man könne diesem Thema nichts neues mehr hinzufügen. Doch manchmal sorgt so ein Unternehmen dann wieder selbst für Anekdoten, um die Massen zu begeistern. Denn: Wir bekamen heute Post von YouTube wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung. [...]
am 25. Oktober 2006 | 17:53
[...] Die DFL hat Recht – und davon sogar mehrere. Diese reichen von den Spielerlizenzen für Computerspiele, worauf jetzt besonders pingelig beharrt wird, bis zu den Bildrechten der Ligaspiele. Aufgrund der Lizenzen für Computerspiele darf nun auch von den Usern kein File mehr mit Originaldaten, bspw. für die ANSTOSS-Reihe, veröffentlicht werden. Nur noch der Bundesliga Manager von EA Sports hat das Recht, diese Namen zu verwenden. Die Sache mit den Bildrechten ist da eine etwas andere. Dies durfte ich heute auch in meiner Inbox spüren. Als ich in der Schule während des Englischunterrichtes kurz in den Posteingang bei Google Mail schaute, erwartete mich eine Benachrichtigungs-Mail, dass mein Video von Oliver Neuvilles Traumtor gegen Galatasaray Istanbul, bezeichnenderweise nicht einmal ein Ligaspiel, vom YouTube-Team aufgrund einer Mitteilung der Deutschen Fußball-Liga vom Netz genommen wurde. Es entstand dank der Aufnahmen des DSF bei einem Testspiel. Anscheinend achten die Damen und Herren gar nicht auf den Inhalt der Videos, sondern reklamieren pauschal die Einstellung aller mit “Bundesliga” getaggten Videos. Aber nicht nur mir erging es so, auch die Jungs von Fanfaktor haben darunter zu leiden. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Vielleicht ist ja selbst das Wort, nein eher der Markenname “Bundesliga” bald Tabu. Auf jeden Fall erhaltet ihr jetzt bei entsprechenden Einträgen eine Fehlermeldung. [...]
am 25. Oktober 2006 | 21:10
so sind sie eben,die verrueckten amis…
am 26. Oktober 2006 | 10:46
[...] Gestern den Retter des Guten Geschmacks, Harald Schmidt verfolgt? Im Rahmen seiner Reihe “Schmoogle – der Irre kauft alles”wurde gestern die Tortenschlacht-Folge der Sevenload-Ikone Rob Vegas aufgegriffen. Comedy nun also auch in 2.0 ;) Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer hat ja anlässlich der Übernahme des Unternehmens mit dem Motto “Lösche-das-Video-und-stelle-hinterher-die-Fragen” durch Google schon verkündet, daß dies der Anfang vom Ende des klassischen Fernsehens sei. [...]
am 26. Oktober 2006 | 13:08
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/media/597807.html
habe die comments nur überflogen, weiss daher nicht obs schon erwähnt wurde.
am 26. Oktober 2006 | 17:53
Ich frage mich, ob wir eigentlich noch von unseren Erlebnissen aus dem Stadion erzählen bzw. über die “Bundesliga (TM)” bloggen dürfen. Wir sind mittlerweile auf dem besten Weg in eine Diktatur der Rechteverwerter. Aber die DFL und Konsorten schneiden an ihrem eigenen Bein: Irgendwann, wenn der Fußball bis ins kleinste Detail kommerzialisiert ist, wenn es keinen kostenlosen Ergebnisdienst mehr gibt, wenn auch Freundschaftsspiele der deutschen Nationalelf gegen die Kreisauswahl von Kleinkleckersheim nur noch im Pay-TV gezeigt werden, werden die Fußballfans sich besinnen und zum nächstgelegenen – zur Not auch unterklassigen – Verein ins Stadion strömen und sich den Sport Nummer 1 dort anschauen, wo er stattfindet: Auf’m Platz! Und dann können Premiere, Arena und wie sie alle heißen dorthin gehen, wo sie hingehören: zum Insolvenzverwalter!
am 26. Oktober 2006 | 17:59
[...] Ich will nicht viel dazu schreiben, da das andere schon machen, aber sollten plötzlich einige Video-Dateien von youtube.com nicht mehr abspielbar sein, dann hat die Gestapo der DFL zugeschlagen und die entsprechenden Videos löschen lassen, weil sie gegen Urheberrechte verstoßen. [...]
am 26. Oktober 2006 | 18:27
@ Jochen: Ich frage mich, warum nicht jetzt schon alle in die Stadien strömen. Ich mache es jedenfalls und besitze eine Dauerkarte. Leider verkommt auch das Stadion immer mehr zur Arena – zur Unterhaltungsarena, vollgekleistert mit Werbung.
Vielleicht sollte man sich einfach ganz von diesem Geschäft, was es mittlerweile geworden ist, abwenden. Scheiß Kommerz.
am 26. Oktober 2006 | 20:20
@simmes: Das mach ich ja auch so! Dauerkarte und auch gerne mal ein Auswärtsspiel…
Aber im aktuellen Fall geht es einfach um nicht mehr hinnehmbare Eingriffe in die Informationsfreiheit. Wir machen das alles hier aus Spaß. Das Internet ist unser Hobby. Würden wir kommerzielle Interessen verfolgen, könnte ich das verstehen, aber durch die Bereitstellung von Fußballszenen u.ä. auf youtube wird wirklich niemand geschädigt, weil die bereits für die kommerzielle Nutzung verwendet worden sind. Und das mit den Original-Spielerdaten für Anstoss, was Du erwähnt hattest, ist absolut krankhaft!
am 26. Oktober 2006 | 23:10
[...] Für Fußballrechte wird viel Geld bezahlt, und manchmal weiß man nicht so genau, wer oder was eigentlich “Fußballrechte” sind: die mit den ulkigen Klamotten und kreativen Frisuren oder irgendwas mit Fernsehen. Oder Internet, wie im Fall unserer großartigen Blognachbarn vom Fanfaktor. [...]
am 27. Oktober 2006 | 10:04
Ich finde, die Bundesliga ist auf einem absteigenden Ast. Was bei der Weltmeisterschaft (darf man das überhaupt sagen oder ist das wieder ein Verstoß gegen das Markenrecht?) anfing, wird jetzt in üblicher Manier weitergeführt. Kommerz hoch zehn und die breiten sich jetzt schön aus, solange das ganze Spiel nicht bei YouTube gezeigt wird, finde ich das ok, aber es gibt meiner Meinung nach nichts dagegen zu sagen, wenn man ein bisschen die Stimmung einfangen will. Na ja, ich hoffe, dass es alle weiterhin so machen, wird auf jeden Fall aufwendig die ganzen Handyvideos aus den WM-Stadien bei den Spielen einzusammeln, aber viel Spaß dabei, FIFA. Zum Glück bin ich nur noch selten im Stadion, das nächste mal am 11.11., aber das nur, weil ich eine Karte gewonnen habe. :)
am 27. Oktober 2006 | 10:24
[...] Gerade eben entdecke ich in dem aufrührerischen Blog Fooligan, dass die Blogosphäre schon wieder eine üble Hetzkampagne plant. Diesmal ist mit der Deutschen Fußball-Liga eine der letzten Bastionen authentischen Fußball-Geschehens ins Visier geraten. Dabei wollte sie sich lediglich gegen kriminelle “fast kriminelle” Elemente verteidigen, die u.a. unberechtigt in Fankurven filmen. Der freundliche Hinweis darauf, dass sie das doch nicht machen könnten, führte direkt zu einer einer brutalen Gegenkampagne, unterstützt von gewissenlosen Wirtschaftsjournalisten. Darüber hinaus wird das beanstandete Video frech weiter in der Blogosphäre verteilt. Mein Vorschlag zur Güte an alle ehrlichen Blogger: Lasst uns diese Sportart fortan F**ball nennen und nur noch erlaubte Bilder (siehe rechts) benutzen. [...]
am 27. Oktober 2006 | 11:58
[...] Es begann mit einem harmlosen Trailer-Video von fanfaktor.de: Die Deutsche-Fußball-Liga (DFL) setzt sich vehement gegen kleinste Urheberrechtsverletzungen zur Wehr. Die Blogosphäre ist aufgerüttelt, der Fußballfan verzweifelt. Bereits das Mitbringen von Kameras ins Stadion ist untersagt, was auf jeder Eintrittskarte im sogenannten Kleingedruckten zu lesen ist. “Fast kriminell” ist es, wenn man Videos aus der Kurve im Internet beispielsweise auf youtube.com bereitstellt, erklärt der Sprecher der DFL, Tom Bender, gegenüber Thomas Knüwer von handelsblatt.de. Richtig kriminell dürfte dagegen das Mitschneiden und anschließende Veröffentlichen von Fernsehsendungen wie der ARD-Sportschau sein. [...]
am 27. Oktober 2006 | 12:22
[...] 27.10.2006, 12:22 von jovelstefan window.document.getElementById(’post-160′).parentNode.className += ‘ adhesive_post’;Im Blog von Handelsblatt-Journalist Thomas Knüwer (Preußen-Fan…) bin ich auf ein Thema gestossen, das in ähnlicher Form fast täglich irgendwie irgendwo auftaucht: Die Verletzung von Urheber-, Persönlichkeits- oder sonstigen Rechten im Internet. In diesem Fall ging es wohl darum, dass der neue Fußballblog Fanfaktor auf YouTube Videos gepostet hat, die von Fans mit dem Handy im Stadion aufgenommen wurden. Warum verstehen so viele Menschen nicht, dass sie das Internet mit seinen fantastischen Möglichkeiten nicht als Gefahr sehen sollten, sondern als Chance nutzen können? Na klar, wenn ich Material im Internet anbiete und damit Rechte anderer verletzt werden, ist das zunächst mal illegal. Im Großen Umfang oder mit kommerziellen Hintergrund sogar kriminell. Mit “Material im Internet” ist im Grunde alles gemeint, was irgendwie für die Sinne zugänglich ist: Musik, Filme, Bilder, Fotos, Texte, Software etc. pp. Eigentlich sollte die Regel ja einfach sein: Alles, was nicht von mir selbst stammt, muss ich vor einer Veröffentlichung prüfen, ob ich es überhaupt veröffentlichen darf. Klar ist z.B., dass man nicht einfach Mitschnitte aus dem TV, neue Kinofilme, Bücher usw. ins Netz stellen darf. Das passiert allerdings immer öfter, weil es eben durch die technischen Fortschritte möglich ist. Das Internet bietet hierfür auch die entsprechenden Tools, als Auswahl seien YouTube, Flickr, eMule, Blogsoftware und Blogdienste genannt. Falls über diese Kanäle rechtlich geschützte Inhalte veröffentlicht werden, ist es natürlich auch legitim, dass die jeweiligen Rechteinhaber (oder deren Vertreter) Maßnahmen dagegen ergreifen. Dass diese Maßnahmen manchmal sehr bizzarre Ausmaße annehmen (z.B. die “Raubkopierer sind Verbrecher”-Kampagne der Filmindustrie) und weit über das Ziel hinausschießen (z.B. Abmahnungen gegen Blogger mit weit überzogenen Streitwerten), wurde und wird ausführlich diskutiert und soll hier jetzt nicht Thema sein. [...]
am 27. Oktober 2006 | 15:35
Bundesliga vs. Fanvideos…
Dass einige Fernsehsender gegen das Video-Portal YouTube vorgehen wollen, haben wir schon berichtet. Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Weblog “Indiskretion Ehrensache” geht heute einen Schritt weiter. Er stellt den Konflikt am Beispiel der De…
am 27. Oktober 2006 | 18:42
[...] Wenn mich meine Kenntnisse der Marktwirtschaft nicht arg täuschen (und nein, ich habe nicht nur Das Kapital von Thorben Marx gelesen), dann zahlen die Sponsoren der Bundesliga das ganze schöne Geld nicht, weil Fußball so eine großartige Bewegungsmöglichkeit darstellt, sondern weil sie viele viele Konsumenten – in anderen Zusammenhängen gerne auch altertümlich Menschen oder Fans genannt – erreichen wollen. Diese Fans – und jetzt kommt es ganz dicke – braucht die DFL dringender als es umgekehrt der Fall ist. Der Fan kam auch gut zurecht, als ein Star wie Fritz Walter ein mit viel Liebe belegtes Butterbrot und einen anerkennenden Klaps auf den Hintern erhielt, wenn er ein gutes Spiel gemacht hatte. Ihr könnt diese Fans nun gerne kriminalisieren. Nur zu, ich stehe lachend daneben. Denn Ihr dürft nicht vergessen: Ihr besitzt mit der Bundesliga nicht gerade ein Premiumprodukt. Ginge es allein nach Werthaltigkeit, der Schalkefan müsste schon längst auf Arsenal umgestiegen sein. Da gibt es richtigen Fußball, so mit Geschwindigkeit und Technik und so. Der Fan aber schaut sich das Elend in der Bundesliga aus nostalgischen Gründen an: Weil der Vater ihn mit ins Stadion geschleppt hat oder er seinen ersten Praecox hatte, als er eine Spielerfrau des VfL Bochum gesehen hat, wer weiß das schon im Einzelnen. Wenn Ihr jetzt glaubt, Ihr bräuchtet ihn nicht mehr, könnt Ihr Eure wunderschönen AOL-Veltins-Sparkasse-MCDonalds-EasyCredit-Arenen gerne zu Potemkinschen Sponsoren-Parks machen, in denen Ihr Promoter als Jubelperser tanzen lasst. Die Fans spielen dann vielleicht Fußball im Park. Und filmen sich dabei. Aber ob sich das für Euch rechnet? . [...]
am 27. Oktober 2006 | 21:13
Brust raus. Kinn hoch. Nicht gleich nachgeben. Die Bundesliga blufft und zieht an ein paar Strippen, um Leute einzuschüchtern. Die Methode kennt man aus den USA, wo die Aufpasser aus der Plattenbranche vor allem den Schulkindern mit wenig Taschengeld nachgestellt haben, um sie davon abzubringen, mit Hilfe von Napster Musik herunterzuladen.
Die Sache ist kompliziert. Also bitte etwas Geduld:
1. Copyright. Auf Deutsch auch Urheberrecht genannt. Wer in einem öffentlichen Bereich (und dazu gehören Stadien nun mal, sie werden mit Steuergeldern gebaut) Bilder oder Videos aufnimmt, ist der Urheber und verstößt gegen keinerlei Urheberrechte. Er verstößt auch nicht gegen das Recht am eigenen Bild von Fußballprofis, denn die genießen als Figuren des öffentlichen Lebens nicht den gleichen Schutz wie Normalbürger. Wer als Zuschauer in diesem Rahmen fotografiert oder gefilmt wird, kann sich ebenfalls nicht auf das Recht am eigenen Bild berufen. Nicht wenn er nicht auf eine für ihn nachteilige oder ehrverletztende Weise darstellt wird. Das Recht hat er im Öffentlichkeitskontext verwirkt. Er muss schließlich auch damit rechnen, von den Fernsehkameras eingefangen zu werden.
2. Hausrecht und Vertragsrecht. Natürlich kann der Betreiber eines Stadions sich vertraglich gegenüber Besuchern absichern und verlangen, dass keine Fotos und keine Videokameras und auch keine Telefone ins Stadion mitgebracht werden. Und er kann es auch mit Hilfe von Sicherheitskontrollen an den Eingängen durchsetzen. Aber das heißt nicht, dass eine hineingeschmuggelte und verwendete Kamera gegen irgendetwas anderes verstößt als diese zivilrechtliche Vereinbarung zwischen Betreiber und Besucher. Eine solche Vereinbarung gerichtlich durchzusetzen, halte ich für schwierig. Sie verstößt vermutlich sogar gegen die guten Sitten. Fotografieren und Filmen an sich verstößt gegen gar kein Gesetz. Wie soll es also in einem Stadion verboten werden. Wird es ja auch gar nicht. Unter anderem sind da unten auf dem Platz zig offiziell zugelassene Pressefotografen an der Arbeit, die ebenfalls Bilder schießen. Natürlich dürfen sie die nur im presseüblichen Rahmen verwenden (nicht für Werbegeschäfte zum Beispiel). Aber ihre Legitimation als Vertreter der Öffentlichkeit ist juristisch längst geklärt. Die Grenze zwischen dem, was Presse ist und was nicht, ist längst verschwommen. Wer Blogger ausgrenzen will, lebt auf dem Mond und wird juristisch nicht durchkommen.
Die schlimmste “Strafe”, die ich mir in solchen Fällen ausmalen könnte, wäre Hausverbot. Sonst nichts.
Wie sich Blogger definieren wollen, ist ihre eigene Sache. Sehen sie sich als Journalisten, dann gilt: Presserechtlich gibt es Verwertungsmöglichkeiten, um geschütztes Material zu verwenden. Man darf zitieren. Man darf parodieren. Man darf karikieren. Auch Fotos können Zitate sein. Alles ist im Einzelfall eine Frage der Abwägung der Verhältnismäßigkeit zwischen dem, was das Grundgesetz in Artikel 5, Absatz 1 sagt (“Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”) und dem was in Absatz 2 steht (“Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.”)
Derselbe Artikel sagt aber auch, dass die Kunst frei ist. Es gibt sicher Blogger, die sich als Künstler definieren. Auch sie haben Rechte.
3. Markenrecht. Die Bundesliga hat kein Recht am Wort Bundesliga. Sie hat nur Rechte an der Marke, am Logo, am Design. Die kann weder gegen die anderen Bundesligen vorgehen, die es im Sport gibt und sie zwingen, sich einen anderen Namen zu geben. Und das hat sie auch noch nie getan. Noch kann sie jemand anderen zwingen, das Wort nicht zu verwenden. Das Markenrecht ist keine Schadensersatzkeule, sondern eine Orientierungshilfe, um eines der größten Problem des Wettbewerbs unterschiedlicher Anbieter zu lösen: die Verwechslungsgefahr. Wo ist hier die Verwechslungsgefahr? Kein blog tut so, als SEI ER die Bundesliga.
4. YouTube. Ich habe in meinem Blog American Arena (http://american-arena.blogspot.com) bereits vor ein paar Tagen darauf aufmerksam gemacht, dass bei YouTube eine neue Zeit angebrochen ist. Seit Google regiert, können copyrightgeschädigte Menschen (und von denen gibt es viele) in der Theorie erstmals richtig Geld herausholen. 150 000 Dollar Schadensersatz für jeden Fall, sofern ein Richter der Klage statt gibt. Bisher haben wir noch keine spektakulären Fälle, weil alle vorsichtig sind: In Amerika muss man seine eigenen Anwälte bezahlen und bekommt fast nie diese Kosten wieder, selbst wenn man den Prozess gewinnt. Das sind hier die Bräuche. Es gibt auch nicht dieses Rechtsanwaltsbeschäftungsprogramm namens Unterwerfungserklärung, mit dem Blogger in Deutschland terrorisiert werden.
Aber Google will natürlich möglichst jedem – teuren – Streit aus dem Weg gehen und schmeißt alles über Bord, was auch nur schlecht riecht. Zu diesem Verhalten ist man verpflichtet, wenn man sich bei einem Streitfall auf die Safe-Harbor-Bestimmungen des amerikanischen Urheberrechts berufen will.
Und so kommen wir zum entscheidenden Punkt: Wie kann man TouTube zwingen, sich korrekt zu verhalten und Material zu akzeptieren, das gegen keinerlei AMERIKANISCHE Gesetze verstößt? Es wird Zeit, sich deren Kleingedrucktes durchzulesen. Da steht sicher nicht drin, was sich allmählich als einzige Alternative aufdrängt: andere Video-Parkhäuser. Es gibt sie. Und sie werden, wenn das bei Google so weiter geht, immer größer und stärker.
am 28. Oktober 2006 | 03:36
[...] … kann viel auslösen. Eine Löschung seitens des US-Videoportals zum Beispiel. Oder einen Bericht vom Handelsblatt, welches diese Geschichte aufgegriffen hat. Mehr bei Fanfaktor oder Sunblogger. Ich sag Euch nur eines: Rechteverwerter agieren zuweilen absurd und Gesetz ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Recht. Vor allem bin ich hinsichtlich meines eigenen Bildes vom deutschen Fussball ziemlich desillusioniert worden. Da muss man Journalisten wie Thomas Knüwer vom Handelsblatt für ihre Sensibilität gegenüber den neuen Medien äußerst dankbar sein. Tags: [...]
am 30. Oktober 2006 | 01:20
Keine Videos im Revier-Derby…
Markus berichtete schon vor ein paar Tagen im Bundesliga-Blog davon, daß es sehr kritisch ist, wenn man einfach Videos mit Bezug zu Fußballspielen ins Netz stellt.
Videos von blog.fanfaktor.de wurden durch YouTube gelöscht; mehr dazu kan…
am 30. Oktober 2006 | 18:55
[...] Seltsamerweise reicht wohl schon die Verwendung des Tags Bundesliga, wie die Kollegen von fanfaktor erfahren mussten. [...]
am 31. Oktober 2006 | 20:32
[...] http://blog.fanfaktor.de/wer-ist-eigentlich-youtube/2006/10/25/ [...]
am 01. November 2006 | 21:24
[…] Zu diesen Themen gehörte der offene Brief an die DFL, der ja gestern versendet wurde. Macht das Thema ruhig bekannt! Jede Einschränkung der eigenen Rechte im Stadion muss kritisch beobachtet werden und in diesem Fall ist eine öffentliche Diskussion dringend erforderlich. Auch die Betreiber des Fanfaktor-Blogs mussten die Folgen dieser Vorfälle am eigenen Leib spüren. […]
am 03. November 2006 | 11:34
[...] fussballfans-sind-keine-verbrecher.de » Fanafktor: Wer ist eigentlich YouTube? » Indiskretion Ehrensache: Youtube, Fußball und die mediale Überforderung » Unser Fußball: Fussballfans sind keine Verbrecher » MythosBayern: Hexenjagd in der Blogosphäre! » [...]
am 10. November 2006 | 22:47
[...] Wenn mich meine Kenntnisse der Marktwirtschaft nicht arg täuschen (und nein, ich habe nicht nur Das Kapital von Thorben Marx gelesen), dann zahlen die Sponsoren der Bundesliga das ganze schöne Geld nicht, weil Fußball so eine großartige Bewegungsmöglichkeit darstellt, sondern weil sie viele viele Konsumenten – in anderen Zusammenhängen gerne auch altertümlich Menschen oder Fans genannt – erreichen wollen. Diese Fans – und jetzt kommt es ganz dicke – braucht die DFL dringender als es umgekehrt der Fall ist. Der Fan kam auch gut zurecht, als ein Star wie Fritz Walter ein mit viel Liebe belegtes Butterbrot und einen anerkennenden Klaps auf den Hintern erhielt, wenn er ein gutes Spiel gemacht hatte. Ihr könnt diese Fans nun gerne kriminalisieren. Nur zu, ich stehe lachend daneben. Denn Ihr dürft nicht vergessen: Ihr besitzt mit der Bundesliga nicht gerade ein Premiumprodukt. Ginge es allein nach Werthaltigkeit, der Schalkefan müsste schon längst auf Arsenal umgestiegen sein. Da gibt es richtigen Fußball, so mit Geschwindigkeit und Technik und so. Der Fan aber schaut sich das Elend in der Bundesliga aus nostalgischen Gründen an: Weil der Vater ihn mit ins Stadion geschleppt hat oder er seinen ersten Praecox hatte, als er eine Spielerfrau des VfL Bochum gesehen hat, wer weiß das schon im Einzelnen. Wenn Ihr jetzt glaubt, Ihr bräuchtet ihn nicht mehr, könnt Ihr Eure wunderschönen AOL-Veltins-Sparkasse-MCDonalds-EasyCredit-Arenen gerne zu Potemkinschen Sponsoren-Parks machen, in denen Ihr Promoter als Jubelperser tanzen lasst. Die Fans spielen dann vielleicht Fußball im Park. Und filmen sich dabei. Aber ob sich das für Euch rechnet? [...]
am 10. November 2006 | 22:52
[...] Für Fußballrechte wird viel Geld bezahlt, und manchmal weiß man nicht so genau, wer oder was eigentlich “Fußballrechte” sind: die mit den ulkigen Klamotten und kreativen Frisuren oder irgendwas mit Fernsehen. Oder Internet, wie im Fall unserer großartigen Blognachbarn vom Fanfaktor. [...]
am 20. Dezember 2006 | 19:23
[...] Es ist kein Geheimnis, dass sich Youtube und auch die anderen Videoportale im Bezug auf Urheberrechte und und vor allem deren Verletzung auf sehr dünnem Eis bewegen. Was Rechteinhaber aus verschiedensten Bereichen dort allerdings im Moment veranstalten, entzieht sich meinem Verständnis. Nehmen wir beispielsweise die Fußball-Bundesliga bzw. die Deutsche Fußball-Liga (DFL) als deren Interessenvertreter. Die lassen alles, was auch nur annähernd mit einem Stadion zu tun hat, innerhalb kürzester Zeit gnadenlos löschen. Dabei wird nicht unterschieden zwischen mit dem Handy aufgezeichneten Stimmungsbildern aus der Kurve, Kurzberichten der lizenzierten TV-Sendern oder ganzen Spielen. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, der findet hier oder hier ausreichend Lesestoff. OK, bei kompletten Spielen oder ganzen Sportsendungen, die sehr zeitnah ins Netz gestellt werden, habe ich dafür durchaus Verständnis. Damit verdient die DFL – und mit ihr die Vereine – gutes Geld, das den Clubs und ihren Fans zugute kommt. Ganz anders sehe ich es bei Fan-Aufnahmen aus der Kurve, alten Sportschau-Schnipseln oder Mini-Berichten vergangener Spieltage. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen und Marketingverständnis hätte die DFL die Chance, Youtube & Co. als Instrument zu nutzen für kostenlose Imagekampagnen und positive Werbung für die Ware Fußball. Diese Chancen werden vertan durch sture Prinzipienreiterei. Und ganz nebenbei werden die Fans verprellt, ohne die weder Vereine noch DFL leben könnten. Analog verhalten sich Film-Konzerne, Markenartikler andere Rechteinhaber. Bis Web-2.0-Portale als Marketinginstrument er- und anerkannt werden, wird wohl noch einige Zeit vergehen… [...]
am 13. November 2007 | 10:38
[...] Bender von der DFL nennt ein solches Video, das von FanFaktor bei YouTube hochgeladen wurde und das ein paar Sekunden eben solch verwackelter Aufnahmen zeigt, [...]