We win.

28. August 2006 | 13:44 von Björn |

we win trikotDer Streit um die Rechtmäßigkeit privater Wettanbieter nimmt von Woche zu Woche bizarrere Ausmaße an. Von staatstreuen Beamten sekundiert, versucht die Politik das Wettmonopol bei den volkseigenen Anbietern zu erhalten. Ist ja nicht so, daß man heute seine Wette auf der Website eines irischen, maltesischen oder in Gibraltar residierenden Anbieters abgeben könnte. Schließlich hat man heute Breitbandanschlüsse und die Werbung des Anbieters kommt (nebst 10€ Gutschein) per Post aus Österreich.

Bei den Mitarbeitern und Kunden von bwin.de dürfte das skurrile Hin- und Her über Werbeverbote bei Bundes-, Regional- und sontigen Ligisten zwar für Aufregung sorgen, doch schafft man dem Anbieter mit diesem Vorgehen mehr Aufmerksamkeit als den Herren bei Oddset & co genehm ist. Erinnern wir uns an Napster: Lange Zeit klagte die Industrie gegen den P2P-Dienst und forcierte so den Nutzeransturm getreu dem Motto “Saugt, solange es noch erlaubt ist”. Das beim Spiel der Nationalelf gegen Schweden besagter Wettanbieter ohne Probleme Bandenwerbung schalten darf interessiert Gerichte, Ministerien und staatliche Anbieter anscheinend nicht.

So gilt es, das Übel an der Wurzel zu bekämpfen. Beim Kreisliga-Verein, der sich im vergangenen Jahr mit Trikotsätzen eingedeckt hat. Beim Champions League Teilnehmer, welcher sich erdreistet 6 Millionen EUR für Werbung einzukassieren. Und natürlich auch beim Jogger, der im T-Shirt eben jenes Champions League Teilnehmers von der Dortmunder Polizei auf offener Straße angehalten wird.

Der 30-Jährige joggte gegen 17 Uhr auf der Märkischen Straße. In dem neuen T-Shirt, das ihm seine ehemaligen Mitspieler aus der Amateurmannschaft von Werder Bremen zum Geburtstag geschenkt hatten. Vorn war klein und hinten groß der Schriftzug des Sponsors “bwin” aufgedruckt.

Plötzlich hielt ein Streifenwagen der Polizei neben Jeß. “Einer der beiden Polizisten forderte mich auf, mein T-Shirt auszuziehen”, berichtet er. Schließlich sei die Werbung für den privaten Sportwettenanbieter “betandwin” (bwin) in NRW verboten, klärte der Beamte ihn auf.

Das Schönste ist: Die Europäische Rechtssprechung dürfte sämtliche Anordnungen der beflissenen Ministerien obsolet werden lassen. Der Europäische Gerichtshof wird voraussichtlich noch im Oktober oder November diesen Jahres seine Entscheidung verkünden, ob die Dienstleistungsfreiheit auch bei Sportwetten anzuwenden ist.

Via Indiskretion Ehrensache

» Bildquelle: Werder-Online

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3 Kommentare zu “We win.”

  1. XantaKlaus behauptet:

    Dann muss der gute Herr in Zukunft in Bochum joggen – das liegt auch in NRW, aber da ist Bandenwerbung für bwin im Gegensatz zu (mittlerweile?) Gelsenkirchen anscheinend gestattet, wie am Wochenende zu sehen war.

    Und das Argument der Suchtbekämpfung kann ich nicht mehr hören. Gestern in dieser Lottodiskussion auch – nur weil ich über andere Anbieter günstig Lotto spielen kann, werden nicht gleich Millionen Menschen anfangen Lotto zu spielen – aber diejenigen, die sowieso schon spielen, werden es sich halt überlegen wo sie ihren Tippschein abgeben. Und dann geht dem bisherigen Monopolisten Geld durch die Lappen – aber Suchtpräventation ist eben plakativer.

  2.   Werder verliert schon wieder » blog.fanfaktor.de - das fußball-blog behauptet:

    [...] Wie schon mehrfach berichtet, hat Bundesliga-Verein Werder Bremen einige Probleme wegen seines Sponsors bwin.de. Nun ist vor dem Oberverwaltungsgericht Bremen eine Entscheidung gefallen: Werder darf bei Heimspielen nicht mehr für den privaten Wettanbieter werben. Der Hauptsponsor hält trotzdem an der Partnerschaft fest und will “nach den Wünschen der Bremer eine pragmatische Lösung finden.” [...]

  3.   Bwin vor Rückzug aus der Bundesliga? » blog.fanfaktor.de - das fußball-blog behauptet:

    [...] Laut einer im Löwen-Blog zitierten Meldung des Fachmagazins Sponsors steht der Online-Wettanbieter Bwin vor einem Rückzug aus diversen Sponsoren-Engagements. Angeblich wolle man sich von jenen Vereinen und Verbänden trennen, in denen das Unternehmen nicht mit seiner Kernmarke werben darf. Dazu gehören neben der Bundesliga auch die Vereine Werder Bremen, 1860 München und weitere Partner, bei denen Bwin nicht als Hauptsponsor agiert. Bwin pumpt derzeit rund 25 Mio EUR pro Saison in Vereine und Liga, ist unter anderem auch Sponsor des Ligapokals. Schon seit Monaten klagen die staatlichen Wettanbieter in bester Tradition eines ökonomischen Protektionismus gegen das Österreichische Unternehmen. Werder Bremen hat sich aufgrund der Klage der Bremer Toto und Lotto GmbH gegen den Trikot-Slogan “we win!” übrigens mit einem Boykott des von besagtem Unternehmen unterstützten Amateur-Hallenturniers in der Bremer Stadthalle reagiert. Ohne Werders U23 dürfte dieses Turnier kaum spürbare Zuschauerzahlen bewegen. Ob dies die staatlich motivierte Vorgehensweise allerdings beeinflussen wird, halte ich für mehr als fraglich. Tags:Bwin, Rechtsstreit Werder [...]

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