UEFA-Cup
15. Februar 2007 | 21:17 von Björn |Die schönsten Fußballabende sind jene im Flutlicht und Dauerregen. Da kommt der ganze neumodische Werbekram im Stadion nicht wirklich zur Entfaltung, zumindest bildet man sich das ein. Als Bremer hat man zudem das Glück, positive Erinnerungen mit diesen Umständen zu verbinden. 5:1 gegen Neapel, 6:2 gegen Moskau, 5:3 gegen Anderlecht. Durfte ich dank meines fußballbegeisterten Großvaters alles Live erleben, was ich dann wiederum meinen hoffentlich kommenden Enkeln erzählen darf. An sowas denkt man an einem Flutlichtabend in der verregneten Tiefebene *g*
Ehrlich gesagt ging ich nach den eher durchwachsenen Leistungen der Rückrunde mit Skepsis ins Stadion. Doch die Partie im trauten Wohnzimmer zu schauen stand nicht zur Debatte. Bei der Aussicht auf Wolf-Dieter Poschmann als TV-Kommentator spürt man ungewollte innere Kälte und ausserdem fehlen einem vor dem Fernseher die sarkastischen Kommentare der Sitznachbarn (Ich bin fest übrigens davon überzeugt, daß ein Spielbericht unterlegt mit den gesammelten Kommentaren aus Block41 der absolute TV-Hit wäre ;)). Werder wirkte druckvoll, aber glücklos. Positiv im Vergleich zu den Spielen gegen Schalke und Stuttgart war vor allem das gesteigerte Zweikampfverhalten. Der Platzverweis gegen Lindenbergh tat sein übriges. Insgesamt fehlt es aber immer noch am Finetuning und der gewohnten Selbstsicherheit.
Gerade die Chancen von Diego und Klose gegen Ende waren eigentlich schwerer zu vereiteln, als sie zu Toren zu verwerten. Interessant: Womé wurde vor seiner Auswechselung bei diversen aussichtsreichen Situationen mit offener rechter Flanke bei Ajax nicht angespielt. Beim Verteilen der Bälle aus dem Mittelfeld machten manche Passgeber den Eindruck, als suchten sie nach Alternativen zum Kameruner. Als naiver Beinahe-Bundestrainer denkt man da schon an internen Trouble. Aber immerhin “stand die Null” und drei Tore Vorsprung sollten für das Rückspiel gegen Ajax reichen. Werder hat sich in der Tat freigeschwommen und wenn man die Kommentare mancher niederländischer Nachbarn liest, ist man umso erfreuter über den Sieg ;)
Bin gespannt wie es am Wochenende gegen Hamburg ausgeht. Nach einer nicht enden wollenden Pechsträhne und dem Befreiungsschlag gegen Dortmund am letzten Spieltag dürften die trotz ihres Tabellenplatzes ein äußerst gefährlicher Gegner sein. Aber in dieser Saison verliert Werder ja nicht gegen die Schlusslichter der Tabelle, sondern die Mitbewerber um den Titel. Es gibt also noch Hoffnung.
PS: Wer auf Auswärtstour nach Bremen kommt und an altertümlichen Flutlichkonstruktionen hängt, sollte Stadionbilder schiessen. In absehbarer Zeit werden die Masten demontiert.
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am 15. Februar 2007 | 21:26
[...] Original post by Björn Hornemann [...]
am 16. Februar 2007 | 17:06
Den Flutlichtmasten werde ich auch nachtrauern. Sie sind das erste, was man vom Stadion sieht, wenn man sich ihm nähert und genießen als Landmarke absoluten Kultstatus, sicher nicht nur bei mir.
Die 2. HZ gg. Ajax gefiel, toller Tempofußball von Frings, Diego und Co.
Etwas blass fand ich Klose. Das zweite Tor war übrings meiner Ansicht nach keines. Saß Süd unten Block 52, also fast auf Höhe Torauslinie.