Serie A: Schiedsrichter-Skandal in Italien

10. Mai 2006 | 16:45 von Björn Hornemann

Massimo de Santis unter BetrugsverdachtRewind! Wir schreiben das Jahr 2005 und der Hoyzer-Skandal bestimmt die Schlagzeilen einer Nation, die derartige Vorgänge schon immer vermutet hat, die Bundesliga aber trotzdem für sakrosant hielt. Schiebung im deutschen Fußball durfte nicht sein. Die Affäre sorgte auch im Ausland für Aufsehen, so schrieb die italienische La Repubblica: „Wetten, Manipulationen, Mafia – ein schwerer Skandal schreibt ausgerechnet vor der WM ein dunkles Kapitel deutscher Fußball-Geschichte.“

Nun wird Italien durch einen eigenen Schiedsrichter-Skandal erschüttert. 5 Schiedsrichter, unter ihnen der für die WM nominierte Massimo de Santis stehen im Verdacht, Absprachen mit Juventus Turin getroffen zu haben. Turins Sportdirektor Moggi soll dem Vizepräsidenten des UEFA-Schiedsrichterausschusses Pierluigi Pairetto Schiedsrichter für Juve-Spiele vorgeschlagen haben. Pairetto wird zudem mit den Worten „Du weißt ja genau, was du beim Juve-Spiel machen musst.“ zitiert, die gegenüber Seria-A Schiedsrichtern gefallen sein sollen.

Für die Substanz der Vorwürfe spricht vor allem die Tatsache, dass sich Turins Eignerfamilie Agnelli von Sportdirektor Moggi und Geschäftsführer Giraudo trennen will. Weiterhin ist der Präsident des italienischen Fußballverbands Carraro zurückgetreten.

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4 Kommentare zu “Serie A: Schiedsrichter-Skandal in Italien”

  1. Andi Herzog behauptet:

    Eigentlich bestätigt sich doch, was seit Jahren in Italien vermutet wurde. Immer wieder konnte man nachlesen, dass Juve Spiele aufgrund sehr seltsamer Entscheidungen der eigentlich Unparteiischen gewonnen hatte. Gut, da mir die Einsicht in den italienischen Fussball fehlte, habe ich es oft als Verschwörungstheorie der benachteiligten Teams abgetan. Aber wenn sich die Anschuldigungen bewahrheiten, ist das echt krass. Bleibt nur die Frage, ob Juve dafür bestraft wird.

  2. Stan Libuda behauptet:

    wenn sich das bewahrheitet, müsste man denen eigentlich zwangsläufig den titel aberkennen. leid tuts mir da nur für die anhänger und die spieler, die vermutlich nicht involviert gewesen sein dürften.