Politisch korrekte Bundesliga

22. Februar 2006 | 13:47 von Björn Hornemann

Köln Gladbach Nordkurve Was gehört zu den nettesten Aspekten des Stadionbesuchs? Genau, das straflose Verunglimpfen der Deppen vom gegnerischen Team. Dies dachten sich offenbar auch die Gladbacher Jeff Strasser und Casey Keller beim Derby gegen den 1. FC Köln. Nach dem 2:0 gegen die Domstädter rockten die beiden die Nordkurve wobei sie Gesänge anstimmten, „in denen der Gästeklub in unsportlicher Weise verhöhnt wurde“. Der DFB verfügte daraufhin in bester Gutmensch Manier ein Bußgeld von jeweils 3000 €, um ein Verfahren des DFB-Kontrollausschusses abzuwenden. Bedauerlicherweise entschuldigten sich sowohl Verein als auch Spieler bei ihren Kontrahenten. Rückgrat, wie beispielsweise Christiano Lucarelli in Italien, zeigen in der politisch korrekten Liga leider nur wenige Spieler. Abgesehen vielleicht von Stefan Effenberg, aber der ist ja nun schon seit geraumer Zeit Pensionär. Spinnt man den Faden weiter, dürfte demnächst auch das Schmähen des Referees zu lebenslangen Stadionverbot führen.

» Bildquelle: stadionwelt.de

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6 Kommentare zu “Politisch korrekte Bundesliga”

  1. Günther Netzer behauptet:

    In der Eredivisie werden wegen der Fangesänge regelmässig Spiele unterbrochen. Raffie vd Vaart ist deswegen zu mindestens 50 % zum HSV gewechselt weil seine damalige Freundin und heutige Frau Sylvie nicht nur MTV-Frontfrau war sondern bei jedem Auswärtsspiel laute Ajax-Hure durchs Stadion gingen. Und das sind wirklich nur die harmlosen Schlachtrufe :).

    Passt aber zum Mädchenverband DFB. Der Kontrollausschuss braucht ja schliesslich auch Arbeit.

  2. gunter behauptet:

    bei so nem affen wir horst hilpert als vorsitzenden des ausschusses wundert das kaum.
    naja in http://www.bexbach.de ticken die uhren halt anders. da erträgt man in der ländlichen idylle auch keine ordentlichen beschimpfungen *g*

  3. Florian behauptet:

    Der DFB/DFL ist sowieso eine seltsame Vereinigung. Und dieses Bußgeld zeigt was uns in den nächsten Jahren erwartet… Eine wie du so schön sagst „politisch korrekte“ Bundesliga ohne Emotionen und der brave Fußballer, und Fans die immer mehr ins Abseits gedrängt werden.

  4. gunter behauptet:

    solange die verbände von greisen funktionären bestimmt werden die den schuss nicht gehört haben (siehe blatter und abschaffen der stehplatz-blocks) wird das so weitergehen. insgesamt (wenn man von holzhäuser, beckenbauer und hackmann absieht) ist das präsidium mit leuten ohne liga-stallgeruch behaftet. denen ist überhaupt nicht klar was sowas für fankultur ausmacht.

    das die davon nichts verstehen sieht man ja schon an diesem coca-cola werbeding „fanclub nationalmannschaft“. das wird ähnlich werden wie bei den holländern. da sitzen dann die mittvierziger und sollen ultra spielen. na dann prost.

  5. Andi Herzog behauptet:

    Hmm, mir ist das auch schon mal aufgefallen. Früher hat man im Weserstadion noch zünftig Lolita Matthäus als Prostituierte im Hofbräushaus tituliert. Heute wird man ja teilweise schon dumm angeguckt, wenn man den Schiri als blindes Arschloch tituliert.
    Mir ist schon klar, dass Fußball kein Wohltätigkeitsbasar der Heilsarmee ist und es um Geld geht. Und deshalb wollen auch alle ein zivilisiertes Stadion, denn der gut verdienende Mittvierziger samt Anhang ist bereit 40 Euro für einen Sitzplatz zu zahlen und stellt sich auch nicht an, wenn man die Stehplätze immer weiter dezimiert. Der freut sich auch, wenn schon 1 Stunde vor dem Spiel das Stadion mit lustigen Aktionen beschallt wird. Fangesänge? Hört man ja eh nicht mehr.

  6. gunter behauptet:

    naja im weserstadion ist die stimmung insgesamt allerdings deutlich besser geworden in den letzten jahren da komm nun deutlich mehr support. naja kam. seit sich die eastside aufgelöst hat ist es ein wenig ruhiger.