Peterchens Mondfahrt.

30. August 2006 | 11:03 von Björn |

Peter NeururerBei Hannover 96 zeigt sich nach dem dritten Spieltag der Unterschied zwischen den eigenen Ansprüchen und der Qualität der Mannschaft und ihres Umfelds. Gelungenes Krisenmanagement sieht anders aus. Ein Hamburger Boulevardblatt meldet in der heutigen Ausgabe, daß die Ablösung von Trainer Peter Neururer beschlossene Sache sei und lediglich über die Höhe der Abfindung verhandelt werde. Andere Publikationen berichten dagegen von einer “Schonfrist”, man wolle zunächst das Ergebnis des DFB-Pokalspiels gegen Dynamo Dresden am 09. September abwarten. Da fragt man sich schon, ob die Pressearbeit so gelungen ist.

Fakt ist: Sowohl aus dem Umfeld der Vereinsführung, als auch der Mannschaft gibt es gezielte Indiskretionen gegen den Coach. Neururer gerät in dieser Situation zum Nachteil, daß er mit seinen zuweilen undiplomatischen Äußerungen in der Öffentlichkeit polarisiert, wie nur wenige Köpfe der Liga. Ob die Mannschaft noch hinter dem Trainer steht ist fraglich. Die Beobachtung von Fredi Bobic ist ziemlich treffend, wenn er die Körpersprache seines ehemaligen Mitspielers Thomas Brdaric nach dessen Einwechselung im Spiel gegen Hertha BSC auf die Probleme mit dem Coach zurückführt. Gegen Aachen hat das Team erneut nicht unbedingt für den Coach gespielt. Fazit: Elf Gegentore bei zwei eigenen Treffern in drei Spielen. Nicht gerade eine berauschende Bilanz.

Vereinsboss Martin Kind hat sich bisher öffentlich nicht festgelegt, allerdings soll es im Laufe des Tages ein weiteres Treffen mit Coach Neururer geben. Interessant ist übrigens eine in verschiedenen Medien kolportierte Klausel im Vertrag des Trainers, wonach Neururer in der Winterpause für eine Abfindung von 150.000 € entlassen werden kann, sollte der Verein nicht auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen. Die Zeichen stehen auf Trennung. Bei aller Kritik an Neururer muss man fragen, ob Kind die Situation gut gelöst hat, zumal die Querelen um die Vereinsführung in der Sommerpause nicht gerade einen souveränen Eindruck hinterliessen. Ob das angestrebte Ziel eines einstelligen Tabellenplatzes auf diese Weise erreichen kann, wage ich zu hinterfragen.

Update: 96 hat soeben das Ende der Zusammenarbeit bekanntgegeben. Die Kürze der Pressemitteilung lässt Rückschlüsse auf die Gesprächsatmosphäre der vergangenen Tage zu ;)

Update 01.09.06: Der bisherige Assistenztrainer Michael Schjoenberg wird vorerst als Interimscoach das Training leiten.

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4 Kommentare zu “Peterchens Mondfahrt.”

  1. Peter Neururer verlässt Hannover 96 : Bundesliga-Blog behauptet:

    [...] Nun steht also der Tabellenletzte ohne Trainer da. Bis ein neuer Trainer gefunden ist, wird die Mannschaft von Thomas Kristl trainiert, Neururers ehemaligen Assistenten. Peterchens Mondfahrt war in den letzten Monaten wirklich nicht von Erfolg gekrönt. Sein Einstieg bei Hannover 96 war noch sehr erfolgreich, aber dann kam der rasante Abstieg, gekrönt von der Niederlage gegen Bundesliga Aufsteiger Aachen. [...]

  2. torlaune behauptet:

    Neururer ist sicher oft sehr vorlaut, von daher verwundert es nicht, dass ein Machtmensch wie Martin Kind ihn nicht neben sich duldet. Hannover sollte wohl zur Winterpause die Ziele neu stecken und erstmal versuchen die Abstiegsplätze zu verlassen. Von Kontinuität kann in den ketzten Jahren bei den 96ern ja nicht die Rede sein, was den eigenen Ansprüchen doch widerspricht.

  3. Tobi behauptet:

    Gerüchteweise soll er in Kürze schon beim Bookholzberger TB anheuern, hier das Ruder der 1. Herren übernehmen und die Truppe in den nächsten 10 Jahren von der 1. Kreisklasse Oldenburg-Land bis in die Bundesliga führen. ;)

  4. Björn Hornemann behauptet:

    und tobi wird der neue hansi-flick *g*

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