Ordnung muss sein

16. Januar 2006 | 08:44 von Tim Gloystein

Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Das Innenministerium hat laut Spiegel aus Sorge um das Ansehen Deutschlands bei der WM einen Erlass-Entwurf vorgelegt, der es den 30.000 Ordnungshütern unter anderem verbietet, „unrasiert“, also mit einem sogenannten Drei-Tage-Bart, zum Dienst zu erscheinen. Nicht gestattet sind außerdem der „Lagerfeld-Zopf“ oder andere Frisuren, die „als Ausdruck einer ausgeprägt individualistischen Haltung wahrgenommen werden“, sowie, natürlich, „sichtbare Piercings, auch Mundpiercings“, Tätowierungen und Ohrringe bei Männern. Weiblichen Beamten ist es erlaubt, einen Ohrstecker mit einem Durchmesser von maximal fünf Millimetern zu tragen und jeder Polizist hat das Recht, eine Halskette, ein Armband und ein „Freundschaftsband“ zu tragen. Make up ist nur dann zugelassen, wenn es „für eine Polizeibeamtin oder einen Polizeibeamten als sozialadäquat“ anzusehen ist.

Begründung für diesen unglaublichen Unsinn ist, dass mit „Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft ein gepflegtes Erscheinungsbild unverzichtbar“ sei und einen „maßgeblichen Einfluss auf das Vertrauen in der Bevölkerung“ habe.

Das kann ja noch lustig werden …

Du kannst die Kommentare zu diesem Beitrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Kommentare und Trackbacks sind nicht möglich.

3 Kommentare zu “Ordnung muss sein”

  1. Stefan behauptet:

    Ich bin gespannt ob das Synchron-Zücken des vorher penibel eingeölten Schlagstockes auch einer strengen Etikette entsprechend wird.

  2. Chris behauptet:

    Hmm, schön alle in Reih‘ und Glied marschieren. Die WM wird bestimmt fast so schön wie Olympia 1936.

  3. Erwin Kostedde behauptet:

    Als wenn es am Ansehen noch etwas zu retten gibt, wenn schon die Eröffnungsgala ersatzlos gestrichen wird. Wer denkt sich denn sowas aus? AUA!!!