Grundkurs Unternehmensführung: Umgang mit Misserfolg

21. März 2006 | 11:38 von Björn Hornemann

Werder in der Krise?Eine ungewohnte Situation durchleben derzeit Team und Management von Werder Bremen. Nachdem man monatelang damit beschäftigt war, sich als spielstärkstes Team der Liga hypen zu lassen muss man sich nun mit dem Faktum beschäftigen, das aus den letzten 3 Spielen lediglich ein Punkt geholt wurde. Zwangsläufige Folge: Werder rutschte auf Rang 4 ab. Mehr als die Ergebnisse macht die Art und Weise der Niederlagen Sorgen. Schon seit dem Beginn der Rückrunde liessen sich bei Werder eine Häufung individueller Fehler sowie mangelndes Engagement beobachten. Seit dem K.O. gegen Juve ist noch ein anderes (viel ernsteres) Manko zu beobachten: In der Mannschaft stimmt es derzeit nicht.

Schon in der Winterpause brachten Valdez und Wiese mit ihren öffentlich geäußerten Stammplatz-Ansprüchen Unruhe in Team und Umfeld. Innenverteidiger Fahrenhorst bemängelte zuletzt in der WELT „Wir diskutieren über Kleinigkeiten, statt die Probleme anzupacken“ und Andreasen ergänzt im gleichen Artikel „Wir regen uns im Training darüber auf, ob ein Ball im Aus war oder nicht. Das war früher nicht so, die Stimmung war viel besser.“ Nach der neuerlichen Pleite gegen Nürnberg äußert sich ungewohnterweise auch Sportdirektor Klaus Allofs öffentlich über die Defizite. Ersatzspieler wie Jensen und Vranjes wurden zwar nicht namentlich erwähnt. Es scheint jedoch offensichtlich zu sein, das beide gemeint waren, als Allofs im (sonntäglichen Pflichtprogramm für Fusbballexperten) DSF-Doppelpass vom nicht passenden „zweiten Anzug“ sprach. Klar ist: Schafft Werder am kommenden Samstag gegen Hannover keinen Heimsieg, kann man in der Tat den inflationär genutzten Begriff Krise in den Mund nehmen. Schon jetzt hat man 6 Punkte Rückstand auf den zweitplatzierten HSV.

Mittlerweile gehen sowohl Coach Schaaf als auch Allofs deutlicher mit ihren Eleven um. Schaaf strich den trainingsfreien Montag und stauchte seine etablierten Abwehrspieler für Zuschauer & Pressevertreter deutlich hörbar zusammen, als diese im Trainingsspiel 0:6 zurücklagen. Auch die öffentliche Kritik an den Ergänzungsspielern darf so gewertet werden, dass sich das Führungsduo der Bremer Leistungen wie in den letzten Wochen nicht mehr bieten lassen wird.

Entscheidend wird für Werder der April: Sowohl gegen Bayern am 8. sowie Schalke am 23.04. müssen Heimsiege her. Indes: Wer derzeit nicht in der Lage ist Berlin, Kaiserslautern oder Nürnberg zu schlagen, wird auch gegen die Top-Teams keinen Dreier landen.

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10 Kommentare zu “Grundkurs Unternehmensführung: Umgang mit Misserfolg”

  1. Horst Hrubesch behauptet:

    Abwarten! Gegen die „Kleinen“ hat sich Werder zuletzt sich ja schon immer schwerer getan als im direkten Vergleich mit den Großen. Eine kräftige Leistungssteigerung wird dafür allerdings nötig sein.

    Hab am Sonntag übrigens Thomas Schaaf getroffen, bzw. bei nem Interview in Delmenhorst live gesehen. Er geht davon aus, dass sie die Kurve kriegen (was soll er auch anderes sagen) – also verlassen wir uns mal drauf… :)

  2. clawier behauptet:

    In Delmenhorst? Bei Getränke Hoffmann Schnaps kaufen?? Mein Gott…Ich hoffe TS wird nicht suizidal.

  3. gunter behauptet:

    stimmt die frage brennt mir auch auf der seele: was treibt ein versierter elfmeterschütze in delmenhorst? ;)

  4. Manni der Libero behauptet:

    Neenee, DEL-Leistungsschau. Der gesammelte Delmenhorster Kommerz auf einen Schlag – ich selbst war wegen Bier und Bratwurst zugegen, und natürlich wegen der Karrusels für meinen Lütten.

  5. gunter behauptet:

    wusste nicht das delmenhorst soviel mittelstand hat, das es für ne leistungsschau reicht ;)

    okay war böse. back to topic: bin sehr gespannt auf samstag. wenn die gegen hanoi keine 3 punkte holen wird es wirklich ernst und ich könnte mir vorstellen das erstmals auch die unantastbaren in die schusslinie geraten: allofs und schaaf. der bogena vom syker kreisblatt bzw. welt wartet doch nur darauf die aus dem amt zu schreiben und sich darüber zu profilieren ;)

  6. Dieter Eilts behauptet:

    Bogena Bogena, wen interessiert schon Bogena? Spätestens nachdem er erzählt hat, das er der Grund ist das Schaaf vor 3 Jahren den Vertrag verlängert hat weiß man was man vom ihm halten muß.

    Schaaf und Allofs sind bei mir übrigens schon länger nicht mehr unantastbar. WEnn man beim Allofs mal die Flop und die Top Transfers der letzten beiden Jahre vergleicht dann wirds eher finster. Schaafs taktische Fehler und seine Sturheit sind mir auch ein Dorn im Auge. Die Zeit des Dreamteams ist erstmal vorbei ……

  7. Manni der Libero behauptet:

    hmm, so kritisch sehe ich das dreamteam noch nicht. warten wir mal den dreier gegen peter den großen ab…

  8. Andi Herzog behauptet:

    Was den Jungs meiner Meinung nach fehlt, ist einer, der auch mal richtig hinlangt. Einer wie z.B. der van Bommel. Spielstark, aber sich auch nicht zu schade, mal energisch dem Gegner in die Parade zu fahren und auch in der Lage die Defensive zu organisieren. Manchmal habe ich beim Zuschauen den Eindruck, dass da so der Chef in der Defensive fehlt. Jemand, der das ab und an auftauchende Chaos auch mal wieder ordnet. Und vielleicht auch bei Schaaf mal den Mut was anderes als ständigen Hurra-Fussball zu zelebrieren. Zum Beispiel gegen die Hertha. Die Jungs waren weder körperlich noch mental auf der Höhe, da ist es ziemlich riskant, die Abwehr trotzdem noch bis an die Mittellinie zu ziehen. Vielleicht auch einfach mal ein bißchen tiefer stehen, auch wenn sich das nicht ziemt zuhause.

  9. gunter behauptet:

    yep, diese worte fielen gestern abend beim kollektiven nationalhelden-schauen ebenfalls. früher hatte man mit ismael vor allem auch jemanden der die leute in der krise angetrieben hat wie sonst kein anderer. das fehlt seither, dieses vakuum ist noch nicht ausgefüllt und ob fahrenhorst oder naldo das schon können halte ich für fraglich.

  10. Andi Herzog behauptet:

    Vielleicht würde ein richtiger Chef auch Jungs wie Owo und Fahrenhorst auch die Sicherheit geben, sich noch einen Schritt weiterzuentwickeln, und natürlich auch der Naldo. Ich finde Owo und Fahrenhorst auf keinen Fall schlecht, aber irgendwie hat man doch erwartet, dass beide einen Schritt nach vorne machen. Bei ihren vorigen Vereinen waren sie herausragend und auf dem Sprung in den DFB-Kader. Aber meiner Meinung nach stagnieren beide. Gut, Fahre hatte auch viel mit Verletzungen zu tun, aber trotzdem hatte ich von beiden mehr erwartet. Beide zeigen zwar immer mal, was sie drauf haben, aber dann kommen Spiele, wo man sich fragt, was die da eigentlich treiben. Aber eigentlich auch egal, hoffen wir, dass sie sich gegen 96 von der besten Seite zeigen und wir mal wieder einen 3er abräumen.