Gratwanderung: Krise oder nicht Krise?

14. Februar 2006 | 12:11 von Björn Hornemann

Werder Bremen Thorsten Frings7 Punkte aus 4 Spielen seit dem Ende der Rückrunde stehen auf dem Konto von Werder Bremen. An sich keine völlige Katastrophe. Wer aber die Auftritte des ehemaligen Titelaspiranten beobachtet hat stellt diverse Analogien fest: Fehlende Abstimmung, Formkrisen bei Leistungsträgern der Hinrunde und vor allem mangelnde Aggressivität zeichnen das Spiel des Traditionsclubs aus dem Norden aus. Schon bei der Pokalpleite gegen St. Pauli war festzustellen das die Bremer den hochmotiviert kämpfenden Hamburgern nicht viel entgegenzusetzen hatten. Gegen Bielefeld rettete man einen 0:1 Auswärtssieg und war die schlechtere Mannschaft, wurde von Mainz im eigenen Stadion an den Rand der Niederlage gebracht, hat gegen Stuttgart dominiert und klarste Chancen vergeben, gegen Kaiserslautern ohne den letzten Siegeswillen 0:2 zu Hause verloren.

Spieler wie Borowski und Klasnic laufen seit ihren Verletzungen der Hinrundenforum hinterher. Owomoyela, zu Saisonbeginn als ambitionierter Nationalspieler von Arminia Bielefeld gekommen, brilliert derzeit vor allem durch seine Unauffälligkeit auf dem Platz. Ungeahnte Schwächen traten am vergangenen Samstag gegen Kaiserslautern auf: Fehlpässe bei der spielerisch stärksten Mannschaft der Liga haben Seltenheitswert. Ärgerlich ist für die Anhänger der Norddeutschen vor allem eines: Sämtliche Punktverluste in dieser Saison waren unnötig und vor allem durch Abwehrfehler, mangelnde Aggressivität und Konzentration verursacht. Bremen ist die einzige Mannschaft die derzeit über das Potential verfügt, dem FC Bayern dauerhaft Paroli zu bieten. Werders größter Gegner der Saison 2005/2006 scheint vor allem das Team selbst zu sein.

Hoffnung besteht allerdings vor allem in zwei Punkten. Micoud offenbart in den letzten Spielen tatsächlich die lange bemängelten Kämpferqualitäten und Thorsten Frings blüht seit seinem Weggang von den Münchener Bayern förmlich auf. Beide gehörten gegen Kaiserslautern zu den engagierteren Spielern, ebenso Frank Baumann oder der für Reinke ins Tor gerückte Tim Wiese. Vor dem Spiel gegen Dortmund wandert Werder auf schmalem Grad, Klaus Allofs gibt sich in einem Interview allerdings optimistisch:

„Mit dem 0:2 haben wir einen richtigen Schuss vor den Bug bekommen. Ich glaube allerdings, dass uns dieser Schuss helfen wird. Es ist besser, einmal richtig zu verlieren, als immer wieder mäßig zu spielen und mal ein Unentschieden, mal einen Sieg einzufahren.“

Verliert Bremen sind Krise und Unruhe im Umfeld vorprogrammiert. Verfolger Schalke wäre im Falle eines eigenen Sieges nur noch einen Punkt vom 3. Platz entfernt. Gewinnt Bremen ist zumindest der Kampf um die Qualifikation zur Champions League wieder spannend.

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7 Kommentare zu “Gratwanderung: Krise oder nicht Krise?”

  1. Dieter Eilts behauptet:

    Ich möchte jetzt mal Weltuntergangsstimmung verbreiten, da man das hier hoffentlich darf ohne verwarnt zu werden ;-)

    Allein bei dem Gedanken Samstag wieder Valdez sehen zu müssen schüttelt es mich. Dazu noch ein fetten Klasnic, der sich wie ein Hobbysportler ernährt. Dahinter ein Micoud, bei dem irgendwelche undefinierbaren Faktoren entscheiden ob er irgendwo zwischen WEltklasse und geht so spielt. Dazu ein Boro der meilenweit von der BEstform entfernt ist und in alte Zeiten zurückfällt in denen seine beste Szenen die waren als er sich mit der Hand durchs Haar gestrichen ist . Frings und Baumann sind souverän, derzeit die Stützen.

    Müssen wir über die Abwehr reden ? Ich hab keine Lust, besonders nicht wenn Schaaf den besten Abwehrspieler rausnimmt und dafür Mr. Stellungsspiel bringt und uns damit einen Punkt versaut.

    Ich mach mir ernsthaft sorgen

  2. gunter behauptet:

    werden sehen. samstag um 17:15 kann man mehr sagen. thomas schrieb du kommst mit?

  3. Dieter Eilts behauptet:

    Davon geh ich aus ….

  4. thomas behauptet:

    wir müssen alle nach dortmund fahren. der verein brauch
    uns jezt. das ist wie in der ehe, wahrscheinlich sogar
    noch wichtiger ;)

  5. Manni der Libero behauptet:

    also wenn’s in der ehe nicht läuft fahr ich immer in die kneipe, nicht nach dortmund. :)

  6. gunter behauptet:

    ich persönlich bevorzuge meine mama als krisenhelfer in solchen phasen, sind eben alles schlampen ausser… *g*

  7. blog.fanfaktor.de - das fußball-blog » Blog Archive » Grundkurs Unternehmensführung: Umgang mit Misserfolg behauptet:

    […] Eine ungewohnte Situation durchleben derzeit Team und Management von Werder Bremen. Nachdem man monatelang damit beschäftigt war, sich als spielstärkstes Team der Liga hypen zu lassen muss man sich nun mit dem Faktum beschäftigen, das aus den letzten 3 Spielen lediglich ein Punkt geholt wurde. Zwangsläufige Folge: Werder rutschte auf Rang 4 ab. Mehr als die Ergebnisse macht die Art und Weise der Niederlagen Sorgen. Schon seit dem Beginn der Rückrunde liess sich bei Werder eine Häufung individueller Fehler sowie mangelndes Engagement beobachten. Seit dem K.O. gegen Juve ist noch ein anderes (viel ernsteres) Manko zu beobachten: In der Mannschaft stimmt es derzeit nicht. […]