Ex-Kolonie vs. Ex-Mutterland

12. Juni 2006 | 09:14 von Björn Hornemann

Angola vs. Portugal 0:1Die Direktive aller Journalisten und Kommentatoren des gestrigen Tages war offensichtlich, von der „politischen Brisanz“ der Begegnung Portugal gegen Angola zu sprechen. Schließlich war der westafrikanische Staat bis 1975 eine Kolonie bzw. Überseeprovinz Portugals. Portugal schien in den ersten Minuten die Erwartungen zu erfüllen. Schon nach wenigen Sekunden vergab Pauleta die Chance zur Führung, schon in der vierten Minute liess der üblicherweise nicht zu Sprints aufgelegte Figo Jamba stehen und legte für den besser postierten Pauleta vor der mühelos das 1:0 erzielte. Weitere Möglichkeiten konnten die Portugiesen nicht nutzen, nach und nach fand Angola besser in die Zweikämpfe und damit in das zunehmend schwächere Spiel. Die zweite Halbzeit verlief relativ ereignislos und war bisher eine der schwächsten Phasen dieser WM. Vor allem Portugal beschränkte sich gegen die in der Offensive harmlosen Afrikaner auf das nötigste und verlor so die Sympathien der Zuschauer des Stadions in Köln, die 20 Minuten vor Schluss selbst für Unterhaltung sorgten und sich mit „Viva Colonia“ feierten. Wie man da von einem guten Spiel sprechen kann,bleibt mir schleierhaft. In Brasilien wiederholt man das Völlersche Mantra der nicht mehr vorhandenen kleinen Gegner. Auch schön ;). Gegen Mexico und den Iran (3:1) muss sich Portugal deutlich steigern, Angola hat in dieser Verfassung und Besetzung kaum eine Chance auf das Achtelfinale.

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