Das Kaninchen und die Schlange
06. Dezember 2006 | 20:19 von Björn |
Abbildung: Kollege Gloystein skizziert der versammelten Belegschaft in der Mittagspause das 2:0 für Barcelona.
Dienstagabend, 20:45. Die Strassen in Weser-Metropolis sind leergefegt, die Kneipen und PayTV-Sportsbars sind gerappelt voll. Wären 5°C mehr auf der Skala wäre es gar kein so grosser Unterschied zur WM. Ein (äußerst fussballversierter) Freund von mir sagt, es sei für ihn das wichtigste Spiel seit dem Halbfinale gegen Italien. Im zur Public-Viewing-Arena ausgebauten Wohnzimmer herrscht Euphorie, die Mädels diskutieren über die Frisur von Clemens Fritz. War klar.
Nach achtzehn Minuten ist die Stimmung von Euphorie auf Fatalismus umgeschwenkt. Ein Freistoß und ein Fehler von Womé sorgen innerhalb von fünf Minuten für die Führung von Barcelona. Der angebliche Druck vom Favoriten scheint eher Werder zu lähmen. Aus dem Mittelfeld kommt kaum Gegenwehr. Werder kommt nicht in die Zweikämpfe und legt eine Passivität an den Tag, die sonst das Kaninchen vor der Schlange zeigt. Erinnerungen an ein gewisses Debakel in Lyon werden wach.
Die Frisur von Clemens Fritz ist mittlerweile Nebensache, die Mädels haben ein neues Thema: Borowskis Frau hat ein Nagelstudio. Auch so kann man den Schmerz der Niederlage verdrängen. Das befürchtete Debakel bleibt glücklicherweise nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte aus und nach dem vierten Beck´s ist auch Ronaldinhos Unschuldsmine zu ertragen (Ich bin sicher er sagte sowas wie “Referee, ich bin der Weltstar aus den Favelas. Sie dürfen mir keine Gelbe Karte zeigen”).
Irgendwann zwischen 22h und 23h ist das Spiel vorbei. Die Strassen füllen sich wieder, die Kneipen leeren sich und unsereinsbeginnt mit der mentalen Vorbereitung auf das Wochenende. Es geht gegen die Frankfurter Eintracht, wer bitteschön ist also Barca? Schließlich gilt es, eine Herbstmeisterschaft zu erringen ;)
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