Archiv 'Premierleague'

Scolari nach WM neuer England-Coach?

27. April 2006 | 12:31

FA will Scolari als CoachLaut BBC buhlt der englische Fußballverband FA um den derzeitigen Coach der portugiesischen Nationalmannschaft Luiz Felipe Scolari. 2002 hatte dieser Brasilien zum Titelgewinn geführt, mit Portugal schaffte er es bis in das Finale der letzten Europameisterschaft. Die Football Association war bereits im Februar an Scolari herangetreten, nachdem Englands Coach Sven Göran Eriksson in heimlich aufgezeichneten Äußerungen Spieler der Nationalmannschaft und Vereine der Premier League kritisiert hatte. Die FA gab daraufhin die vorzeitige Auflösung des Vertrages von Eriksson nach der WM bekannt

Via whoateallthebratwurst.com

Cheering for the Kraut: UK feiert Lehmann

26. April 2006 | 15:58

Lehmann hält ElfmeterEngland, Deutschland, Elfmeter. Für unsere Vettern von der Insel immer wieder traumatische Erlebnisse. Ähnliches bahnte sich am gestrigen Abend im Champions League-Halbfinale zwischen Villareal und Arsenal London an. Kurz vor Abpfiff wurde den Spaniern ein Elfmeter zugesprochen. Hätte Riquelme diesen verwandelt, wäre das Spiel in die Verlängerung gegangen. Lehman jedoch hielt den Strafstoss und Arsenal damit im Finale. Die „Sun“, sonst wenig zimperlich im Umgang mit dem einstigen Kontrahenten aus dunklen Tagen, titelte eingedeutscht „Super Mann“. Die „Times“ sprach von einer „außerordentlichen Leistung“ der neuen deutschen Nummer Eins. In Deutschland dürfte die T-Frage damit endgültig ad-acta gelegt sein.

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Eichhörnchen im Highbury Park

21. April 2006 | 12:23

Das letzte Champions League Match im ehrwürdigen Highbury Stadion (Die Gunners beziehen zur nächsten Saison ein neues Stadion) und dazu noch Arsenal im Halbfinale gegen Villareal, das will sich selbst die Tierwelt nicht entgehen lassen. Somit betrat ein Eichhörnchen wärend der ersten Halbzeit (unter großem Beifall des Publikums) das Spielfeld, um aus nächster Nähe die Paraden der neuen deutschen Nummer 1 Jens Lehmann zu verfolgen. Lehmann selbst gab sich im Interview trotz des Sieges (Arsenal gewann 1:0) unzufrieden: „Ich bin enttäuscht, in Deutschland sind die Eichhörnchen schön und braun, hier nur grau.“

Vorbild des Monats April: Teddy Sheringham

03. April 2006 | 15:45

Sheringham turns 40Teddy Sheringham, Stürmer bei premierleague-Aufsteiger WestHam United und laut Jürgen Klinsmann sogar bester ehemaliger Sturmpartner unseres heutigen Teamchefs, hat gestern seinen 40. Geburtstag zelebriert. Nach 22 Jahren in einer der härtesten Europäischen Ligen durchaus ehrfurchteinflössend. Frage an die Statistik-Fraktion: Wer war der älteste aktive Feldspieler in der Bundesliga? Spontan fielen mir als mögliche Kandidaten lediglich Klaus „Fallrückzieher“ Fischer und Manni Burgsmüller ein. Noch interessanter: Wer ist eigentlich aktuell der älteste aktive Feldspieler in der (1.) Bundesliga?

Zitat der Woche mit Jens Lehmann

27. März 2006 | 10:07

Jens Lehmann ist rhetorisch ein ganz Großer

„Ich war am Dienstag bei Jürgen Klinsmann und habe ihn gefragt: Jürgen hat gesagt, dass Oliver Kahn zu ihm gekommen wäre und gesagt hat, er hätte es nicht gesagt, dass er die Nummer eins ist. Deswegen ist es ein bisschen verwirrend.“

Jens Lehmann zur aktuellen Torwart-Problematik in der Nationalmannschaft.

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Ärmelkanal statt Niederrhein: D´Alessandro geht nach Portsmouth

31. Januar 2006 | 11:10

D´Alessandro Wolfsburg Portsmouth TransferFanfaktor ist ein prophetisches Medium. Hatten wir nicht vor 2 Wochen im Zusammenhang mit dem VFL Wolfsburg über wechselwillige Top-Spieler gesprochen? Pünktlich zum Ende der Transferperiode haben sich Wolfsburg und der Premier League-Club FC Portsmouth offensichtlich geeinigt. Demnach soll der erst 2003 für 9 Millionen EUR eingekaufte Argentinier auf Leihbasis zum Tabellenletzten der Premier League wechseln. Abstiegskampf in der Premier League ist immer noch spannender als das Mittelmaß der Bundesliga. Beide Clubs haben das Leihgeschäft übrigens noch nicht bestätigt, der Grad der allgemeinen Berichterstattung dürfte allerdings für einen relativ großen Wahrheitsgehalt der Meldung sprechen. An D´Alessandro war übrigens auch Borussia Mönchengladbach stark interessiert, allerdings waren die Fohlen nicht bereit 7 Millionen EUR für den Mittelfeldspieler hinzulegen.Unter Umständen verliert der VFL nach Ablauf der Rückrunde auch noch Juan Menseguez, der mit River Plate Buenos Aires aus seiner argentinischen Heimat in Verbindung gebracht wird.

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Ausverkauf einer Institution: ManU, Glazer und die Folgen…

09. Januar 2006 | 21:49

manchester unitedManchester United gehört zu den Institutionen britischer Fußballkultur. Nicht zuletzt wg. dieses Clubs haben sich Millionen trendversessener Afficionados an der aktuellen Frisur von David Beckham orientiert, doch das nur am Rande. Die Idylle bekam zwar schon in den vergangenen Jahren mit dem Weggang von Beckham und der zunehmenden Kommerzialisierung Risse, das Worst-case-Szenario für traditions- bewusste Anhänger trat jedoch im Mai des vergangenen Jahres ein.

Mit Malcolm Glazer kaufte ein 76-jähriger Milliardär die Aktienmehrheit des an der Börse notierten Clubs. Glazers Problem: Er ist Amerikaner im Heiligtum der britischen Vettern: dem Fußball. ManUs Problem: Glazer hat keine Ahnung von Fußball und seiner Wirkung auf die Öffentlichkeit. Schon gar nicht von den Emotionen welche eine „feindliche Übernahme“ in diesem gefühlsbetonten Geschäft auslösen kann. Am 14. Mai 2005 verkauften die irischen Anteilseigner John Magnier und John Paul MacManus 29% der Anteile an den Unternehmer aus den Staaten. Der Verkauf löste eine Welle des Widerstandes aus, hatte Glazer doch schon nach dem Kauf des US-Football Teams Tampa Bay Bucaneers gezeigt, wie seine Strategie aussehen würde.

Um den Kauf des Clubs zu finanzieren, erhöhte Glazer die Kartenpreise und erweiterte das Merchandising-Angebot bis zum oberen Limit. Eine Image-Kampagne verbunden mit karitativen Zuwendungen von angeblich 1,5 Mio. $ bewirkte für Glazer den Stimmungsumschwung, zumal die Bucaneers 2003 den Super-Bowl gewannen.

malcolm glazerDie Bereitschaft zur Flexibilität hatte Glazer (Bild) bei den britischen Fußballfans allerdings überschätzt. Unbeliebt machte sich der Unternehmer vor allem mit der Tatsache das er den Kaufpreis von 790 Mio £. über Darlehen stemmte und die Verbindlichkeiten auf den Verein überschrieb. Seither hat ManU jährliche Tilgungszahlungen von 20 Mio £ zu verkraften, was auch in der Premierleague keine geringe Summe ist. Das viele Zuschauer aufgrund erhöhter Ticketpreise keine Dauerkarten mehr orderten war zu erwarten. Wirkliches Rückgrat zeigte eine Gruppe Supporter, die schon lange über den Sell-Out des Clubs frustriert war. Sie gründete den eigenen Verein F.C. United of Manchester, welcher selbst in der unterklassigsten North West Counties Football League regelmäßig auf 2-3.000 Zuschauer kommt.

Wirklich ernst wurde Glazers Situation in den vergangenen Wochen: Im Dezember kündigte Trikotsponsor Vodafone zwei Jahre früher als geplant den mit 13,5 Mio EUR dotierten Kontrakt als Trikotsponsor des Clubs. Dazu ist ManU in der ertragbringenden Championsleague ausgeschieden und kann daher nicht mit den entsprechenden Fernsehgeldern und Prämien der UEFA kalkulieren. Zwar bleibt eingefleischten ManU-Anhängern zu wünschen, dass es wieder aufwärts geht, allerdings kam man am vergangenen Wochenende beim FA-Cup spiel gegen den Fünftligisten Burton Albion nicht über ein 0:0 hinaus. In der Premierleague hat ManU 13 Punkte Rückstand auf Chelsea. Fast schon prophetisch wirkt da ein Artikel in der FAZ vom Mai vergangenen Jahres: „Fußball ist eine Wirtschaftsbranche, die nur zum Teil mit Toren und TV-Rechten handelt. Vor allem verkauft sie Emotionen. Dieses Produkt holt man sich nicht einfach bei einem anderen Anbieter, wenn Preis oder Leistung nicht mehr stimmen. Gerade in England gilt die Unterstützung für einen Klub als ein Stück Identität, lebenslänglich. (…)“

Ob Malcolm Glazer zu der gleichen Ansicht kommt, bleibt abzuwarten. Doch auch wenn alles in Bewegung ist um Old Trafford, so bleibt doch eine Konstante: Das Stadion selbst. ;)