Archiv 'International'

Kolumbianischer Nationalspieler erschossen.

11. Januar 2006 | 22:13

Fußballverband KolumbienMit Elson Evelio Becerra wurde am 08. Januar erneut ein kolumbianischer Nationalspieler erschossen. Becerra, der 7x in der Auwahl seines Landes spielte, war zuletzt beim arabischen Verein Al-Djazeera unter Vertrag. Der Anschlag wurde in einer Bar in seiner Heimatstadt Cartagena verübt. Schon 1994 war Verteidiger Escobar im Anschluss an die WM erschossen worden, nachdem er ein Eigentor verursacht hatte. Auf der Website des Kolumbianischen Fußballverbandes ist lediglich eine dünne Mitteilung veröffentlicht, in der das Kondolenzschreiben von FIFA-Chef Sepp Blatter einzusehen ist.

Holland in Not

11. Januar 2006 | 15:58

Oranges HelmchenNee, wirklich, so geht das nicht. „Zu Gast bei Freunden“ ist das WM-Motto. Da braucht man doch keine Helme, auch nicht als Holländer. Wir werden euch schon nicht verkloppen. Und wenn doch, wird euch so ein lächerlicher Plastikhelm sowieso nicht helfen …

Bildquelle: helmpje.nl

Wie man’s macht…

11. Januar 2006 | 14:13

ailton besiktas…ist es verkehrt. Da sollte man meinen der in der Türkei auf dem Abstellgleis befindliche, ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Ailton habe mit seinen drei Treffern gegen den ehemaligen Arbeitgeber Werder Bremen alles richtig gemacht – da wird ihm selbst das Tore schießen angelastet.

Der französische Besiktas-Trainer nach dem 3:2-Sieg wörtlich:

„Mit dieser Leistung hat sich Ailton bei Bundesliga-Klubs angeboten. Er hat damit gezeigt, dass er gewillt ist, den Verein zu verlassen. Ich kann nicht mehr auf ihn bauen.“

Kann ein Stürmer überhaupt noch eine Zukunft haben, wenn ihm selbst das Tore-am-Fließband-schießen zur Last gelegt wird? Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir Ailton wieder in anderem Gewand sehen, vielleicht ja wieder in der Bundesliga…

Bildquelle: 11freunde.de/imago

Loddar goes Samba

11. Januar 2006 | 00:33

Lothar Matthäus verlässt Ungarn und wird erster deutscher Trainer in Brasiliens erster Liga. Gestern unterschrieb das Fremdsprachengenie den Jahresvertrag mit „Atletico Paranaense“.

„Mich reizt die Rückkehr zur täglichen Arbeit mit einer Mannschaft. translations . Und dann noch im Land des Weltmeisters! Der Verein bietet tolle Möglichkeiten, ist seriös geführt. In Ungarn ging’s zuletzt drunter und drüber.“

Na dann, Lothar: Boa sorte e coragem! Não esqueça os seus documentos pessoais.

Todes-Falle Stadion?

10. Januar 2006 | 15:11

Des Deutschen liebste Stiftung hat einen Warentest gemacht und die WM-Stadien auf Herz und Leber geprüft. Und dabei festgestellt: Wer in Berlin, Leipzig, Kaiserslautern oder Gelsenkirchen Fußball guckt, spielt nicht nur mit seiner geistigen Gesundheit, sondern auch mit dem Leben. Gesperrte und zu lange Fluchtwege, schlampiger Brandschutz und hohe Zäune können bei einer Massenpanik oder Brand für zerquetschte und verkohlte Fußballfans sorgen.

Der Kaiser der Herzen, Franz Beckenbauer, kann über so viel Kritik gar nicht lachen:

„Mir reicht’s jetzt mit diesem Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die WM profilieren wollen. Die Stiftung Warentest kennt sich vielleicht mit Gesichtscreme, Olivenöl und Staubsaugern aus. Dabei sollten sie bleiben.“

Genau wie ehemalige Fußballprofis auch nicht überall ihren Senf dazu geben sollten.

Ausverkauf einer Institution: ManU, Glazer und die Folgen…

09. Januar 2006 | 21:49

manchester unitedManchester United gehört zu den Institutionen britischer Fußballkultur. Nicht zuletzt wg. dieses Clubs haben sich Millionen trendversessener Afficionados an der aktuellen Frisur von David Beckham orientiert, doch das nur am Rande. Die Idylle bekam zwar schon in den vergangenen Jahren mit dem Weggang von Beckham und der zunehmenden Kommerzialisierung Risse, das Worst-case-Szenario für traditions- bewusste Anhänger trat jedoch im Mai des vergangenen Jahres ein.

Mit Malcolm Glazer kaufte ein 76-jähriger Milliardär die Aktienmehrheit des an der Börse notierten Clubs. Glazers Problem: Er ist Amerikaner im Heiligtum der britischen Vettern: dem Fußball. ManUs Problem: Glazer hat keine Ahnung von Fußball und seiner Wirkung auf die Öffentlichkeit. Schon gar nicht von den Emotionen welche eine „feindliche Übernahme“ in diesem gefühlsbetonten Geschäft auslösen kann. Am 14. Mai 2005 verkauften die irischen Anteilseigner John Magnier und John Paul MacManus 29% der Anteile an den Unternehmer aus den Staaten. Der Verkauf löste eine Welle des Widerstandes aus, hatte Glazer doch schon nach dem Kauf des US-Football Teams Tampa Bay Bucaneers gezeigt, wie seine Strategie aussehen würde.

Um den Kauf des Clubs zu finanzieren, erhöhte Glazer die Kartenpreise und erweiterte das Merchandising-Angebot bis zum oberen Limit. Eine Image-Kampagne verbunden mit karitativen Zuwendungen von angeblich 1,5 Mio. $ bewirkte für Glazer den Stimmungsumschwung, zumal die Bucaneers 2003 den Super-Bowl gewannen.

malcolm glazerDie Bereitschaft zur Flexibilität hatte Glazer (Bild) bei den britischen Fußballfans allerdings überschätzt. Unbeliebt machte sich der Unternehmer vor allem mit der Tatsache das er den Kaufpreis von 790 Mio £. über Darlehen stemmte und die Verbindlichkeiten auf den Verein überschrieb. Seither hat ManU jährliche Tilgungszahlungen von 20 Mio £ zu verkraften, was auch in der Premierleague keine geringe Summe ist. Das viele Zuschauer aufgrund erhöhter Ticketpreise keine Dauerkarten mehr orderten war zu erwarten. Wirkliches Rückgrat zeigte eine Gruppe Supporter, die schon lange über den Sell-Out des Clubs frustriert war. Sie gründete den eigenen Verein F.C. United of Manchester, welcher selbst in der unterklassigsten North West Counties Football League regelmäßig auf 2-3.000 Zuschauer kommt.

Wirklich ernst wurde Glazers Situation in den vergangenen Wochen: Im Dezember kündigte Trikotsponsor Vodafone zwei Jahre früher als geplant den mit 13,5 Mio EUR dotierten Kontrakt als Trikotsponsor des Clubs. Dazu ist ManU in der ertragbringenden Championsleague ausgeschieden und kann daher nicht mit den entsprechenden Fernsehgeldern und Prämien der UEFA kalkulieren. Zwar bleibt eingefleischten ManU-Anhängern zu wünschen, dass es wieder aufwärts geht, allerdings kam man am vergangenen Wochenende beim FA-Cup spiel gegen den Fünftligisten Burton Albion nicht über ein 0:0 hinaus. In der Premierleague hat ManU 13 Punkte Rückstand auf Chelsea. Fast schon prophetisch wirkt da ein Artikel in der FAZ vom Mai vergangenen Jahres: „Fußball ist eine Wirtschaftsbranche, die nur zum Teil mit Toren und TV-Rechten handelt. Vor allem verkauft sie Emotionen. Dieses Produkt holt man sich nicht einfach bei einem anderen Anbieter, wenn Preis oder Leistung nicht mehr stimmen. Gerade in England gilt die Unterstützung für einen Klub als ein Stück Identität, lebenslänglich. (…)“

Ob Malcolm Glazer zu der gleichen Ansicht kommt, bleibt abzuwarten. Doch auch wenn alles in Bewegung ist um Old Trafford, so bleibt doch eine Konstante: Das Stadion selbst. ;)

blog.fanfaktor.de geht an den Start

09. Januar 2006 | 17:28

stan libuda sprichtVon uns für Euch. Mit blog.fanfaktor.de liefern wir Euch ein seligmachendes Blog rund um das runde Leder. Von aktuellen Neuigkeiten rund um unsere/Eure Lieblingsteams über die Skandale der Nationalheroen hin zu Fallstudien um die Blattersche Trademark-Paranoia: Fanfaktor sieht alles.

Wir sind heiß auf Eure Beteiligung, ebenso heiß auf das sich anbahnende Großereignis im Sommer, dessen Bezeichnung wir aus wettbewerbsrechtlichen Gründen noch in unserem Office ausknobeln. Aber egal, zum Jahresbeginn 2006 zählt nur die traditionelle Parole “ Wichtig ist auf’m Platz“.

Cheers

Stan