Der Coach und das Denkmal
26. Juni 2006 | 17:05
Ehrlich gesagt: Im Gegensatz zu manch anderem Betrachter empfand ich das Spiel gestern als hoch unterhaltsam. Natürlich kann man auf die Vorbildfunktion von Nationalspielern verweisen und das zu späte (und inkonsequente) Handeln des russischen Referees kritisieren, aber ich fand es wirklich spannend. Einen Fight dieser Intensität habe ich im bisherigen Turnierverlauf nicht betrachten dürfen. Die Undiszipliniertheiten der Portugiesen waren ebenso ein interessanter Aspekt. Das ein international eigentlich recht erfahrener Spieler wie Deco bei schon erhaltener Gelber Karte den Ball sperrt, erlebt man auch nicht täglich. Fußball ist eben nicht nur Offensivzauberei. Irrsinnig wird derjenige, der auf der Bank sein Dasein fristen muss. Gestern Abend war dies Ruud van Nistelrooy.
Die Frage, warum Bondscoach (das Lieblingswort aller hiesigen Kommentaroren zur Demonstration des kosmopolitischen Horizonts) van Basten das Denkmal des niederländischen Teams selbst in den letzten Minuten gegen Portugal nicht eingesetzt hat, dürfte heute und in den nächsten Tagen die Medien unserer tiefergelegten Nachbarn beherrschen. Angeblich hat es im Quartier der Niederländer nach Bekanntgabe der Aufstellung Riesenkrach gegeben. Wasserträger dieser Meldung ist allerdings die Sonntagsausgabe einer gewissen Publikation mit vier Buchstaben, insofern sollte man den Wahrheitsgehalt hinterfragen.
Zwar ist van Nistelrooy in den Gruppenspielen nicht an seine alte Form herangekommen, in einem dramatischen Spiel wie gestern wäre ein erfahrener Stürmer wie er allerdings hilfreicher gewesen, als der für ihn ins Team gerückte Dirk Kuyt. Kurz vor Schluss wechselte van Basten zudem Vennegor of Hesselink ein, was angesichts des Spielverlaufs eine noch größere Demütigung für van Nistelrooy gewesen sein muss, als die Nicht-Nominierung für die Startelf. Van Basten muss sich nach dem Ausscheiden fragen, ob die öffentliche der Kritik bei einem so erfahrenen Spieler wie van Nistelrooy nicht unnötige Unruhe ins Team gebracht und den Streit mit “Van the Man” erst provoziert hat.
Es bleiben drei Weisheiten: Van Nistelrooy dürfte unter dem derzeitigen Coach vermutlich nicht wieder nominiert werden, die Platzprobleme auf Deutschlands Campingplätzen sind gelöst und Oranje ist zumindest bis 2008 alles andere, aber nicht boven. Ist trotz meiner halben Kindheit auf einem reizenden niederländischen Eiland eine wirklich angenehme Feststellung.
Eine Rückblende. Vor 11 Jahren beschloss ein gewisser Otto Rehagel, sein beschauliches und erfolgreiches Wirken in Bremen zu beenden und zum FC Bayern zu wechseln. Die Bremer Ostkurve bezog mit dem Satz “Nur Narren dienen dem Kaiser” auf einem Banner Stellung und behielt damit recht. Zwischen Rehagel und der Münchener Presse lagen Welten, ebenso zwischen seinem Nachfolger
Mögen die spirituellen Vorstandsvorsitzenden aller Weltreligionen dieses Szenario für 2008 verhindern: Holland ist seit Sonntag Europameister, wenn auch jener der U-21 Teams. “Jong Oranje” reichte ein 3:0 gegen die Ukraine, die Treffer erzielten Klaas Jan Huntelaar von Ajax Amsterdam (11., 43.) und Nicky Hofs von Feyenoord (94.). Zuvor wurde Romanschuk nach gelb-roter Karte vom Platz gestellt.
Familiennachwuchs im Hause Van der Vaart. Wer könnte dieses Vaterglück besser nachvollziehen als die Fanfaktor-Editorenriege, die schon jetzt mit zwei Juniorkickern für die WM 2022 vorbereitet ist. Damian Rafael van der Vaart heisst der kleine und ist ebenso wie die Mutter wohlauf. Sylvie litt laut Informationen der
Bondscoach Marco van Basten hat heute das vorläufige 33-köpfige Aufgebot der niederländischen Elftal für die WM bekanntgegeben. Für deutsche Medien auffallend, das mit Boulahrouz, de Jong und van der Vaart zwar drei Hamburger selektiert wurden, der derzeit formschwache
In Deutschland jammert der Berufsprofi mit Millionengehalt ja schon rum wenn es mal englische Wochen gibt. Die Kollegen in der niederländischen 

