Relikt aus vergangen Tagen
18. Juli 2007 | 12:07
Gefunden beim Jörg, ganz vergessen das im letzten Jahr auch die Mülleimer der Hamburger Stadtreinigung im WM-Rausch waren ;)

Gefunden beim Jörg, ganz vergessen das im letzten Jahr auch die Mülleimer der Hamburger Stadtreinigung im WM-Rausch waren ;)
Am Mittwoch bekam der Jürgen – mit 7 Monaten Verspätung – endlich seinen Orden überreicht. Bundeskanzler Merkel übergab dem Ex-Bundestrainer in Berlin das Bundesverdienstkreuz am Bande. “Unterste Stufe”, weiß meine Lieblingszeitung. Klinsi wird’s egal sein, er war “sehr stolz” ob der Auszeichung, die er “der Leistung des ganzen Teams zu verdanken” habe. Um auf seiner kleinen Privatreise nicht allzu sehr von den Medien belästigt zu werden, fand die Übergabe unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Fanfaktor sagt: Herzlichen Glückwunsch, Herr Klinsmann!

Bildquelle: Michael Chlistalla, Wikipedia
Auf dem abendlichen Streifzug durch den iTunes-Shop drauf gestossen: World Cup Sing-along mit dem England Supporters Club und der England Band. Epochale Meisterwerke wie “we´re on the ball”, “we´re not going home” und dem prophetischen “Great Escape”. Schade, daß mir dies zur WM noch nicht aufgefallen ist, daran hätte Kollege Gloystein durchaus seine Freude gehabt *g*
Woran denkt man zwangsläufig beim Thema Rente? Staatsdefizit, vergreisende Gesellschaft, steigende Rentenbeiträge, kopflastige Alterspyramide. Ja, die Nation ist auf dem Besten Wege in den Abgrund. Zumindest wenn man den Medientenor zu diesem Thema zuviel Raum lässt und sich jeden Sonntag die Tiraden des Polit-Dinosauriers Oskar L. bei Christiansen anschaut. Ratlosigkeit und Verzweiflung machen sich in den Abgeordnetenbüros am Spreeufer breit, dabei ist die Lösung doch schon gefunden: Einfach jedes Jahr eine Fussball-WM in Deutschland veranstalten und schon steigt die Geburtenrate um 10-15%. Krankenhäuser und Geburtskliniken richten sich jedenfalls auf einen Rekordmonat ein. Wieviele Kids wohl auf den Namen Basti, Lukas, Miroslav, Per oder Torsten getauft werden?
Quelle: Sueddeutsche.de
Bild: Pixelquelle
Arte ist ein großartiger Sender. Ich kann das gar nicht oft genug sagen. Natürlich findet man nicht alles spannend, aber der Anteil geniessbarer TV-Formate überwiegt doch und ist wahres Balsam auf den von den Unterschichtensendern kommerziellen Networks verursachten Wunden. Arte widmet sich heute in einem Themenabend den weniger schönen Aspekten des Runden Leders. Den Auftakt macht eine Dokumentation des BBC-Journalisten Andrew Jennings. Sehr zu empfehlen.
Für alle, die’s nicht ins Kino geschafft haben, läuft heute um 20:15 “Deutschland. Ein Sommermärchen” im Ersten. Regisseur Sönke Wortmann begleitete die Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006 mit einer Handkamera und bastelte aus über 100 Stunden Material einen 107 Minuten lange WM-Dokumentation.
Also: anschauen! Im Fernsehen fällt auch die schlechte Bildqualität nicht so auf.

Eben gesehen bei den “fast kriminellen” Bloggern vor der Haustür: Überreste der diesjährigen WM-Euphorie, aufgenommen von einem geheimen Informanten den wir vor eventuellen Regressforderungen schützen wollen. Damals war noch alles schön in Fussball-Deutschland ;)

Finis coronat opus. Oliver Kahn begibt sich angesichts des nahenden Karriereendes auf neue Wege und moderiert heute Abend die N24-Sendung “Was erlauben Strunz”. Kahn dürfte hierbei seine intellektuelle Seite präsentieren, hat er doch mit dem Autoren Paulo Coelho einen besonderen Gast.
Der brasilianische Schriftsteller ist in den 60er Jahren wegen des rebellischen Aufbegehrens gegen seine Eltern angeblich dreimal in eine pychatrische Anstalt eingewiesen worden. Da dürfte der Titan gleich einen Zugang zu seinem Gesprächspartner finden. Sehr spannend, obgleich Kahn leider nicht ins Kalte Wasser geworfen wird. Resident-Moderator Claus Strunz sekundiert Kahn bei der Einlösung seiner Wettschuld. Ab 23:30 auf N24.
Die Wortmann-Dokumentation “Deutschland. Ein Sommermärchen” hatte gestern in Berlin Premiere und alle waren da. Die Live-Übertragung der ARD vom Einlauf der Gladiatoren verlieh der Veranstaltung ungeahnte nationale Bedeutung, da konnte Jens Lehmann seine Kinder per TV dazu ermahnen ihre Hausaufgaben zu machen, Schweini seinen seltsamen Schal präsentieren und Frau Kanzlerin sich über ihren Stellvertreter Lieblingstrainer äußern. Wäre sogar ganz unterhaltsam gewesen, hätte der SFB RBB nicht einen völlig unfähigen Aussenreporter eingesetzt, der bettelnde Fans mit den letzten Premierentickets versorgte. Verkrampfte Fröhlichkeit kombiniert mit aufgesetzer Volksnähe. Kaum zu ertragen.
Die Dokumentation selbst scheint wirklich gut zu sein. Ab morgen geht es los in den Lichtspielhäusern der Republik.
Das Geheimnis um den legendären Notizzettel aus dem Viertelfinale gegen Argentinien ist im Vorfeld der Premiere vom Wortmannschen Jahrhundertwerk “Deutschland. Ein Sommermärchen” gelüftet. Im Spiegel offenbarte der Regisseur den Inhalt eines kleinen Stück Papiers, welches für Tage im Zentrum des nationalen Interesses stand:
* 1. Riquelme links hoch/
* 2. Crespo langer Anlauf/rechts, kurzer Anlauf/links
* 3. Heinze 6 links flach
* 4. Ayala 2 lange warten, langer Anl. rechts
* 5. Messi links
* 6. Aimar 16 lange warten links
* 7. Rodríguez 18 links.