Archiv 'Champions League'

Platzverweis für Atouba

07. Dezember 2006 | 20:00

“Übrigens möchte ich nochmal erwähnen das es ein Witz ist für die Beleidung des Publikums Rot zu bekommen. Da sieht man mal wie sch… Fußball geworden ist unter Sepp Blatter”

Kommentar zum gestrigen Spiel HSV-Moskau in einer Community. Atouba wurde vom Platz gestellt, weil er den eigenen Fans nach deren massiver Kritik den Mittelfinger zeigt. Übrigens beschreibt “il pistolero” auf großartige Weise, daß die Gewalt in den Stadien anscheinend nicht nur unter den Osthools verbreitet ist ;)

Aber dann die Osttribüne: Schön Monitore in der Loge, lecker Essen und Cocktails und dann Bierbecher in Richtung HSV Bank werfen… Wie bitte? Auf Euch können wir echt verzichten…

Das Kaninchen und die Schlange

06. Dezember 2006 | 20:19

Kollege Gloystein skizziert der versammelten Belegschaft in der Mittagspause das 2:0 für Barcelona
Abbildung: Kollege Gloystein skizziert der versammelten Belegschaft in der Mittagspause das 2:0 für Barcelona.

Dienstagabend, 20:45. Die Strassen in Weser-Metropolis sind leergefegt, die Kneipen und PayTV-Sportsbars sind gerappelt voll. Wären 5°C mehr auf der Skala wäre es gar kein so grosser Unterschied zur WM. Ein (äußerst fussballversierter) Freund von mir sagt, es sei für ihn das wichtigste Spiel seit dem Halbfinale gegen Italien. Im zur Public-Viewing-Arena ausgebauten Wohnzimmer herrscht Euphorie, die Mädels diskutieren über die Frisur von Clemens Fritz. War klar.

Nach achtzehn Minuten ist die Stimmung von Euphorie auf Fatalismus umgeschwenkt. Ein Freistoß und ein Fehler von Womé sorgen innerhalb von fünf Minuten für die Führung von Barcelona. Der angebliche Druck vom Favoriten scheint eher Werder zu lähmen. Aus dem Mittelfeld kommt kaum Gegenwehr. Werder kommt nicht in die Zweikämpfe und legt eine Passivität an den Tag, die sonst das Kaninchen vor der Schlange zeigt. Erinnerungen an ein gewisses Debakel in Lyon werden wach.

Die Frisur von Clemens Fritz ist mittlerweile Nebensache, die Mädels haben ein neues Thema: Borowskis Frau hat ein Nagelstudio. Auch so kann man den Schmerz der Niederlage verdrängen. Das befürchtete Debakel bleibt glücklicherweise nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte aus und nach dem vierten Beck´s ist auch Ronaldinhos Unschuldsmine zu ertragen (Ich bin sicher er sagte sowas wie “Referee, ich bin der Weltstar aus den Favelas. Sie dürfen mir keine Gelbe Karte zeigen”).

Irgendwann zwischen 22h und 23h ist das Spiel vorbei. Die Strassen füllen sich wieder, die Kneipen leeren sich und unsereinsbeginnt mit der mentalen Vorbereitung auf das Wochenende. Es geht gegen die Frankfurter Eintracht, wer bitteschön ist also Barca? Schließlich gilt es, eine Herbstmeisterschaft zu erringen ;)

Münchner Melancholie

30. November 2006 | 21:02

Münchner Melancholie

Der ungeliebte und in der Hinrunde ein ziemliches Loch hinterlassende Mittelfeldstar ist davongezogen, die Mannschaft auf dem für Münchner Verhältnisse inakzeptablen viertem Rang. Schon nörgeln einige Gast-Bayuwaren über ihre persönliche Vertragssituation – als Schickeria-Member würde ich vermutlich Dartpfeile auf die Spielerportraits werfen ;)

“Wenn wir uns im Dezember mit dem FC Bayern nicht einigen, dann bin ich weg” (Claudio Pizarro)

“Wenn sie mit mir nicht zufrieden sind, will ich nicht im Weg stehen. Ich will gebraucht werden. Falls nicht, ist das ein Grund zu sagen, dass es für mich Zeit wäre zu wechseln.” (Roque Santa Cruz)

“Im Leben gibt es immer wieder Überraschungen” (…) “Und im Winter passieren tausend Sachen.” (Owen Hargreaves)

Quelle: Sport1

Wohlfühl-Woche an der Weser

26. November 2006 | 19:21

Wohlfuehlwochen, Werder

Fußballfans gelten gemeinhin als abergläubisch. Ich bin da nicht anders, vor Spitzenbegegnungen wie am Mittwoch gegen Chelsea gehöre ich traditionell zu den Skeptikern im Büro, vor vermeintlich leichten Partien wie gestern gegen Bielefeld male ich den Teufel eines Unentschiedens an die Wand. Das hat immerhin den Vorteil das man mit geringeren Erwartungen ins Stadion geht, als mancher Erfolgsfan auf dem Nebenplatz. Seit dieser von einem EBay-Powerseller missbraucht wird, habe ich leider immer wieder wechselnde Vertreter der Gattung “Keine-Ahnung-von-Fußball-aber-trotzdem-mit-Schal-ins-Stadion-rennen” neben mir.

Zuweilen ist das nervig. Vor der Partie gegen Chelsea heisst es dann von rechts, man werde die Inselaffen mit 4:0 nach London zurückschicken. Vor dem Spiel gegen Bielefeld kommentierte ein anderer Besucher im Vorfeld, es müsste mindestens 5:0 ausgehen. Nun ist Größenwahn ebenso wie Aberglaube eine bundesweit vermutlich normale Eigenschaft. Trotzdem nervts, wenn diese Individuen ihre noch schnell im Fan-Shop erstandenen lizensierten Fahnen schwenken und jede Aktion mit dem Halbwissen eines Sofatrainers kommentieren.

Im Gegensatz zur schwachen Partie gegen Dortmund präsentierte sich Werder am Mittwoch gegen Chelsea in starker Verfassung und Bielefeld wurde in der gestrigen zweiten Halbzeit dominiert. Es wäre perfekt gewesen, wenn mein Nebenan nicht ständig Tim Wiese als Deutschlands besten Torhüter betitelt hätte. Natürlich ist dieser auf der Linie stark, offenbart aber bei Abschlägen und Strafraumbeherrschung regelmäßig Unsicherheiten. Auf mein Insistieren kam als Antwort, man dürfe als Fan nicht so eine negative Einstellung haben. Genau. Wir loben alles in den Himmel. Auch wenn man gegen Dortmund verliert, eine 2:0-Führung gegen Stuttgart verspielt und gegen Aachen nur ein Unentschieden holt.

Zum Glück gibt es Miro Klose. Der präsentierte sich gestern wie die meisten seiner Mannschaftskollegen in bestechender Form und liess meinen Zorn verrauchen. So wurde es glücklicherweise doch noch eine wahre Wohlfühl-Woche ;)

Tartan Army

21. November 2006 | 22:26

Wie soll man die sensationelle Führung des HSV bei Arsenal London zur Halbzeit betiteln? “Die Letzten werden die Ersten sein”? Wobei Arsenal drückend überlegen ist und mehrfach 100% Chancen ausgelassen hat. Van der Vaarts Toor war trotzdem sehenswert. In Stellingen und Umgebung hofft man nun vermutlich auf einen Spielabbruch. Update: Arsenal hat inzwischen durch van Persie ausgeglichen.

Schaue allerdings parallel ManU bei Celtic und hab dank der Anhänger der Glasgower wieder mal festgestellt, warum die Tartan Army von den großartigsten Fans der britischen Inseln gebildet wird. Nakamura macht den Freistoß für Celtic 10 Minuten vor dem Ende rein und eine Sensation bahnt sich an. Vor zig Jahren hat Celtic übrigens einmal bei einem UEFA-Cup Spiel in Bremen gespielt. Die ganze Westkurve war voller Schotten mit irischen Fahnen. Bestimmt 8-10.000 Gästefans, was man bis dahin nicht mal bei Bundesliga-Matches zu sehen bekam. Das war damals faszinierend und ist es heute noch. Und alles dank ESPN Asia ;)

Ein Bilderrätsel: Finde den HSV-Spieler

20. Oktober 2006 | 12:44

Finde den HSV-Spieler

Hohn und Spott über Stellingen. Wer hätte das vor dieser Saison gedacht? Bin gespannt, wer am Sonntag gegen Leverkusen die Nerven verliert. Vielleicht leiden die Hamburger ja unter Sozialphobie. Via unserem Stammleser Herrn Eilts.

Das letzte Aufgebot

16. Oktober 2006 | 13:09

HSV VerletzungsserieEs ist lange her, daß ich gegenüber dem HSV Mitleid empfunden habe. Vielleicht vor etwas mehr als zwei Jahren, als die Stellinger Sportfreunde im Weserstadion mit 6:0 abgefrühstückt wurden und sich die meisten Anhänger schon zur Halbzeit auf den Heimweg Richtung A1 begaben. Am vergangenen Samstag war es erneut Zeit für diese Empfindung: Kurz vor Spielbeginn fällt Defensiv-Akteur Kompany aus, der Gegentreffer zum 0:1 ist mehr Zufallsprodukt als Beweis der “totalen Dominanz”, Jarolim wird mit Gelb/Rot belangt, Lubojas Treffer nicht gewertet und Sanogo verschiesst auch noch einen Elfmeter. Die Folge: Frustrierte Anhänger (am Wochenende äußerst medienwirksam in den Sportsendungen der Republik zu sehen) und Tabellenplatz 17, während die zukünftig vom Kreml gesponserten Gelsenkirchener von der mangelnden Cleverness des HSV profitierten und allen Spekulationen um eine mögliche Entlassung Mirko Slomkas ein Ende setzten.

Die Hamburger müssen am Dienstag in der Championsleague gegen den FC Porto antreten. Wer allerdings für einen Dreier sorgen soll, ist offen. Atouba, Demel, Van der Vaart, Bastian Reinhardt, Kompany und auch Jarolim werden verletzungsbedingt nicht dabei sein, Benjamin Lauth ist gesperrt. Da kann man Coach Doll kaum einen Vorwurf machen, abgesehen von der Tatsache, daß er mit Barbarez und Beinlich zwei Charakterköpfe der Mannschaft zur Sommerpause hat ziehen lassen. Beide wären in der jetzige Situation hilfreich für die Notelf, die die kommenden Aufgaben bestreiten muss. Sorin kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rolle des vielzitierten “Leitwolfs” kaum erfüllen. Und so stehen die Hamburger vor der Situation, mit einer kaum eingespielten Mannschaft aus Ersatzspielern und Neuverpflichtungen einen Sieg einfahren zu müssen. Das letzte Aufgebot eben.

Bildquelle: Flickr

Finale Europapokal der Landesmeister 1960

05. Oktober 2006 | 18:09

Bei Youtube findet man wider Erwarten immer wieder Highlights vergangener Tage. 1960 hiess die Championsleague noch Europokal der Landesmeister. Eintracht Frankfurt stand zu jener Zeit im Finale gegen die schon damals königlichen von Real Madrid, die mit Puskas und di Stefano die wohl besten Spieler ihrer Zeit im Kader hatten. Eintracht unterlag relativ deutlich mit 3:7.

Auf gehts: Werder vs. Barcelona CF

27. September 2006 | 20:18

Werder vs. Barcelona CF

Das erste wirklich wichtige Spiel nach der Sommerpause: Werders Heimdebut in der Championsleague-Saison gegen die spielerisch wohl beste Mannschaft Europas. Üblicherweise Pflichttermin, aufgrund DMMK in Stuttgart leider ohne mich. Dafür darf meine Frau Mama nach 20 Jahren Pause mal wieder mit meinem alten Herrn ins Stadion ;) Glücklicherweise gibts eine Übertragung auf dem DSF. Schauen wir mal. Ich rechne mit einer Niederlage, aber vielleicht sorgen die Jungs ja für eine Überraschung. Mertesacker rückt überraschend ins Team, Hunt angesichts der Formschwäche von Klasnic und Verletzungen von Almeida und Zidan ebenso. Ich drück die Daumen aus der Ferne. Lets go ;)

Zitat der Woche mit Karl-Heinz Rummenigge

22. September 2006 | 14:33

Karl-Heinz Rummenigge Dienstag, 19.09.06
“Wir müssen die Zügel anziehen” (…) “Die Zeit der Ausreden ist vorbei.”

Freitag, 22.09.06
“Ich habe den Eindruck, dass die Klubs, die viele Nationalspieler zur Weltmeisterschaft abgestellt hatten, jetzt die Zeche für die WM zahlen” (…) “Die Liga-Verantwortlichen müssen sich daher fragen, ob sie in Zukunft nicht etwas ändern wollen, und zwar in Form eines späteren Bundesliga-Auftaktes. Nur so kann in meinen Augen auch Wettbewerbs-Gleichheit erzielt werden.”

Der Bolzplatz hat aufgepasst ;)