Archiv 'Allgemein'

Na und?

12. Dezember 2006 | 21:14

Die Mitglieder des HSV votieren anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung für eine “geschlossene Veranstaltung” und so mussten die akkreditierten Medienvertreter das Congresszentrum verlassen. Wo man das erfahren konnte? Im Morgenmagazin der ARD beispielsweise, welches von “tumultartigen Szene” sprach. In der Tagespresse sah es (sofern der Redaktionsschluss das zuliess) nicht anders aus. Wie man das infantile Verhalten einiger Mitglieder derart zum Thema hochjazzen kann, bleibt mir unverständlich. Die Frage, ob Verein und Vorstand nach dem kommenden Spieltag immer noch zu Thomas Doll halten finde ich nach wie vor deutlich spannender.

Carlos Alberto

07. Dezember 2006 | 22:40

Tickermeldung: Werder ist angeblich am brasilianischen Mittelfeldspieler Carlos Alberto von Corinthians Sao Paulo interessiert. War mir bisher unbekannt. Allerdings waren Diego und Naldo außer ein paar aficionados hierzulande wohl auch nur wenigen ein Begriff. Alberto war von Sommer 2003 bis Anfang 2005 beim FC Porto. Ging danach zurück in seine Heimat. Bei Sao Paolo ist er seit Oktober nach Problemen mit seinem Coach aus dem Kader geflogen.

Platzverweis für Atouba

07. Dezember 2006 | 20:00

“Übrigens möchte ich nochmal erwähnen das es ein Witz ist für die Beleidung des Publikums Rot zu bekommen. Da sieht man mal wie sch… Fußball geworden ist unter Sepp Blatter”

Kommentar zum gestrigen Spiel HSV-Moskau in einer Community. Atouba wurde vom Platz gestellt, weil er den eigenen Fans nach deren massiver Kritik den Mittelfinger zeigt. Übrigens beschreibt “il pistolero” auf großartige Weise, daß die Gewalt in den Stadien anscheinend nicht nur unter den Osthools verbreitet ist ;)

Aber dann die Osttribüne: Schön Monitore in der Loge, lecker Essen und Cocktails und dann Bierbecher in Richtung HSV Bank werfen… Wie bitte? Auf Euch können wir echt verzichten…

Das Kaninchen und die Schlange

06. Dezember 2006 | 20:19

Kollege Gloystein skizziert der versammelten Belegschaft in der Mittagspause das 2:0 für Barcelona
Abbildung: Kollege Gloystein skizziert der versammelten Belegschaft in der Mittagspause das 2:0 für Barcelona.

Dienstagabend, 20:45. Die Strassen in Weser-Metropolis sind leergefegt, die Kneipen und PayTV-Sportsbars sind gerappelt voll. Wären 5°C mehr auf der Skala wäre es gar kein so grosser Unterschied zur WM. Ein (äußerst fussballversierter) Freund von mir sagt, es sei für ihn das wichtigste Spiel seit dem Halbfinale gegen Italien. Im zur Public-Viewing-Arena ausgebauten Wohnzimmer herrscht Euphorie, die Mädels diskutieren über die Frisur von Clemens Fritz. War klar.

Nach achtzehn Minuten ist die Stimmung von Euphorie auf Fatalismus umgeschwenkt. Ein Freistoß und ein Fehler von Womé sorgen innerhalb von fünf Minuten für die Führung von Barcelona. Der angebliche Druck vom Favoriten scheint eher Werder zu lähmen. Aus dem Mittelfeld kommt kaum Gegenwehr. Werder kommt nicht in die Zweikämpfe und legt eine Passivität an den Tag, die sonst das Kaninchen vor der Schlange zeigt. Erinnerungen an ein gewisses Debakel in Lyon werden wach.

Die Frisur von Clemens Fritz ist mittlerweile Nebensache, die Mädels haben ein neues Thema: Borowskis Frau hat ein Nagelstudio. Auch so kann man den Schmerz der Niederlage verdrängen. Das befürchtete Debakel bleibt glücklicherweise nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte aus und nach dem vierten Beck´s ist auch Ronaldinhos Unschuldsmine zu ertragen (Ich bin sicher er sagte sowas wie “Referee, ich bin der Weltstar aus den Favelas. Sie dürfen mir keine Gelbe Karte zeigen”).

Irgendwann zwischen 22h und 23h ist das Spiel vorbei. Die Strassen füllen sich wieder, die Kneipen leeren sich und unsereinsbeginnt mit der mentalen Vorbereitung auf das Wochenende. Es geht gegen die Frankfurter Eintracht, wer bitteschön ist also Barca? Schließlich gilt es, eine Herbstmeisterschaft zu erringen ;)

“Deutschland. Ein Sommermärchen” im TV

06. Dezember 2006 | 16:11

Für alle, die’s nicht ins Kino geschafft haben, läuft heute um 20:15 “Deutschland. Ein Sommermärchen” im Ersten. Regisseur Sönke Wortmann begleitete die Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006 mit einer Handkamera und bastelte aus über 100 Stunden Material einen 107 Minuten lange WM-Dokumentation.

Also: anschauen! Im Fernsehen fällt auch die schlechte Bildqualität nicht so auf.

T-Com Liga vor dem Aus?

02. Dezember 2006 | 08:45

T-Com Liga vor dem Aus?Glaubt man einem Bericht des Fachmagazins “Werben & Verkaufen”, dürfte mit dem Führungswechsel an der Spitze der Deutschen Telekom auch die Umbenennung der Bundesliga in weite Ferne rücken. Derzeit würden die Sponsoring- und Marketing-Etats mit dem Ziel durchforstet, im kommenden Jahr 500 Mio. EUR einzusparen. Eine T-Com Liga wäre der Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln und würde nicht ins Konzept passen, so W&V.

Quelle: W&V

Münchner Melancholie

30. November 2006 | 21:02

Münchner Melancholie

Der ungeliebte und in der Hinrunde ein ziemliches Loch hinterlassende Mittelfeldstar ist davongezogen, die Mannschaft auf dem für Münchner Verhältnisse inakzeptablen viertem Rang. Schon nörgeln einige Gast-Bayuwaren über ihre persönliche Vertragssituation – als Schickeria-Member würde ich vermutlich Dartpfeile auf die Spielerportraits werfen ;)

“Wenn wir uns im Dezember mit dem FC Bayern nicht einigen, dann bin ich weg” (Claudio Pizarro)

“Wenn sie mit mir nicht zufrieden sind, will ich nicht im Weg stehen. Ich will gebraucht werden. Falls nicht, ist das ein Grund zu sagen, dass es für mich Zeit wäre zu wechseln.” (Roque Santa Cruz)

“Im Leben gibt es immer wieder Überraschungen” (…) “Und im Winter passieren tausend Sachen.” (Owen Hargreaves)

Quelle: Sport1

Wohlfühl-Woche an der Weser

26. November 2006 | 19:21

Wohlfuehlwochen, Werder

Fußballfans gelten gemeinhin als abergläubisch. Ich bin da nicht anders, vor Spitzenbegegnungen wie am Mittwoch gegen Chelsea gehöre ich traditionell zu den Skeptikern im Büro, vor vermeintlich leichten Partien wie gestern gegen Bielefeld male ich den Teufel eines Unentschiedens an die Wand. Das hat immerhin den Vorteil das man mit geringeren Erwartungen ins Stadion geht, als mancher Erfolgsfan auf dem Nebenplatz. Seit dieser von einem EBay-Powerseller missbraucht wird, habe ich leider immer wieder wechselnde Vertreter der Gattung “Keine-Ahnung-von-Fußball-aber-trotzdem-mit-Schal-ins-Stadion-rennen” neben mir.

Zuweilen ist das nervig. Vor der Partie gegen Chelsea heisst es dann von rechts, man werde die Inselaffen mit 4:0 nach London zurückschicken. Vor dem Spiel gegen Bielefeld kommentierte ein anderer Besucher im Vorfeld, es müsste mindestens 5:0 ausgehen. Nun ist Größenwahn ebenso wie Aberglaube eine bundesweit vermutlich normale Eigenschaft. Trotzdem nervts, wenn diese Individuen ihre noch schnell im Fan-Shop erstandenen lizensierten Fahnen schwenken und jede Aktion mit dem Halbwissen eines Sofatrainers kommentieren.

Im Gegensatz zur schwachen Partie gegen Dortmund präsentierte sich Werder am Mittwoch gegen Chelsea in starker Verfassung und Bielefeld wurde in der gestrigen zweiten Halbzeit dominiert. Es wäre perfekt gewesen, wenn mein Nebenan nicht ständig Tim Wiese als Deutschlands besten Torhüter betitelt hätte. Natürlich ist dieser auf der Linie stark, offenbart aber bei Abschlägen und Strafraumbeherrschung regelmäßig Unsicherheiten. Auf mein Insistieren kam als Antwort, man dürfe als Fan nicht so eine negative Einstellung haben. Genau. Wir loben alles in den Himmel. Auch wenn man gegen Dortmund verliert, eine 2:0-Führung gegen Stuttgart verspielt und gegen Aachen nur ein Unentschieden holt.

Zum Glück gibt es Miro Klose. Der präsentierte sich gestern wie die meisten seiner Mannschaftskollegen in bestechender Form und liess meinen Zorn verrauchen. So wurde es glücklicherweise doch noch eine wahre Wohlfühl-Woche ;)

Polizist erschießt Hooligan in Paris

25. November 2006 | 16:45

Immer auf die FresseFremdenfeindlichkeit im Fußball ist nichts Neues und das unsere europäischen Nachbarn in dieser Hinsicht keine Unschuldslämmer sind, auch nicht. Trotzdem sind Meldungen, wie diese vom Freitag, erschreckend. Nach dem Uefa-Cup-Spiel zwischen Paris St. Germain und Hapoel Tel Aviv (2:4) verfolgte eine Meute von 150 “Fans” einen Tel Aviv-Anhänger und zwar nicht, um ihm zum Sieg zu gratulieren. Ein farbiger Zivil-Polizist wollte dem Mann zu Hilfe kommen und wurde ebenfalls attackiert. In eine Ecke gedrängt, versuchte er sich, so die offizielle Version, erst mit Tränengas zu verteidigen. Als das nicht half, griff er zur Waffe und feuerte zweimal. Ein Hooligan wurde tödlich getroffen, ein zweiter schwer verletzt. Dass Polizist und Tel Aviv-Fan später in einem Schnellrestaurant nicht gelyncht wurden, konnte nur ein Großaufgebot der Polizei verhindern. Und wir sind da auch auf dem besten Weg.

Den Augenzeugenbericht eines Journalisten vom “L’Express” gibt es hier. Auf französisch …

Bildquelle: photocase.com

Tartan Army

21. November 2006 | 22:26

Wie soll man die sensationelle Führung des HSV bei Arsenal London zur Halbzeit betiteln? “Die Letzten werden die Ersten sein”? Wobei Arsenal drückend überlegen ist und mehrfach 100% Chancen ausgelassen hat. Van der Vaarts Toor war trotzdem sehenswert. In Stellingen und Umgebung hofft man nun vermutlich auf einen Spielabbruch. Update: Arsenal hat inzwischen durch van Persie ausgeglichen.

Schaue allerdings parallel ManU bei Celtic und hab dank der Anhänger der Glasgower wieder mal festgestellt, warum die Tartan Army von den großartigsten Fans der britischen Inseln gebildet wird. Nakamura macht den Freistoß für Celtic 10 Minuten vor dem Ende rein und eine Sensation bahnt sich an. Vor zig Jahren hat Celtic übrigens einmal bei einem UEFA-Cup Spiel in Bremen gespielt. Die ganze Westkurve war voller Schotten mit irischen Fahnen. Bestimmt 8-10.000 Gästefans, was man bis dahin nicht mal bei Bundesliga-Matches zu sehen bekam. Das war damals faszinierend und ist es heute noch. Und alles dank ESPN Asia ;)