Samstagabend. Das TV-Programm ist (wie immer wenn ich an diesem Tag zuhaus bin) unbefriedigend, auf RTL steckt sich jemand ein Schwert in den Rachen. Glücklicherweise gibt es noch das Relikt vergangener Zeiten, das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Frank Rost, der ehemalige Stammkeeper von Blau-Weiss Gelsenkirchen, ist als Studiogast eingeladen. Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein spielt Stichwortgeberin.
Rost:
(…) Das ist ne lange Geschichte, das fängt ja schon im letzten Jahr an unter Ralf Rangnick, da war der Mirko Slomka noch Co-Trainer. Da hatte man schon versucht mich zu demontieren, das ging dann immer weiter, da hatte ich allerdings noch die Rückendeckung. Das hat sich dann geändert als Rudi Assauer gegangen wurde (…) Dann ging das halt weiter mit gewissen Aussagen. Es gipfelte dann am Ende in dieser Woche vor dem Bayern-Spiel bzw. nach dem Stuttgart-Spiel, als dann schon Dienstag im Interview mit einem Motivationstrainer herauskam: “Es wird Ende der Woche was aussergewöhnliches passieren da können Sie sich drauf verlassen.” Am Freitag gabs dann ein Gespräch (…) Ich bin schon lange jetzt in der Bundesliga, 14 Jahre. 18 Jahre im Männerbereich. Sowas hab ich da noch nicht erlebt, aber es tun sich immer wieder neue Facetten auf. Und da war mir auch klar: Das war das Ende der Demontage. (…) Ich freu mich ja generell, daß ich noch gut genug bin für die Bank.”
Hohenstein:
“Wie ist der aktuelle Stand, sprechen Sie noch miteinander?” (über Coach Slomka)
Rost:
“Ja, ich bin ja ein höflicher Mensch, ich sag guten Abend und auf Wiedersehen”
Hohenstein:
“Sind Sie im nächsten Jahr noch bei Schalke?”
Rost:
“Jetzt muss man gucken wie es dann weitergeht. (…) Ich möchte schon gerne Fußball spielen und wenn ich das bei Schalke nicht kann…”
Was für ein Schauspiel. Die ehemalige Nummer 1 der Königsblauen rechnet in aller Öffentlichkeit mit dem Cheftrainer ab. Reichte zwar nicht ganz an die früheren Zeiten heran, als sich Uli Hoeneß und Christoph Daum dort verbale Duelle der Extraklasse lieferten. Aber es war im Vergleich zu den heutzutage üblichen, mit Pressesprechern und sonstigen Beratern abgestimmten, Weichspül-Aussagen ausnahmsweise mal Tacheles. Prognose: Rost wechselt während der Winterpause zum HSV.
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