A guy called Reinhold

11. Juli 2006 | 11:31 von Björn |

Reinhold BeckmannFinale. Buffon faustet einen Eckball aus dem Strafraum und Reinhold Beckmann bemerkt, dies habe Buffon von seiner Mutter – einer italienischen Meisterin im Kugelstossen – gelernt. WM-Viewing mit Reinhold war in diesem Jahr eine Gewissensfrage. Erstmal ist man zu geizig für die PAY-TV Gebühen. Zudem hat das Verfolgen großer Sportereignisse im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Tradition. RTL hat schließlich in diesem Jahr bewiesen, warum man an die Privatsender keine TV-Rechte für WM oder EM vergeben sollte. Angesichts der teils skurrilen Bonmots von Reinbold fallen PAY-TV Boykott und das Plädoyer für ARD & ZDF allerdings zunehmend schwerer. Und die Spiele via Stream im chinesischen Sportsender zu verfolgen, ist bei mir mangels vorhandener Mandarin-Kenntnisse auf Dauer auch keine wirkliche Alternative.

Reinhold gibt sich bei seiner von der Frankfurter Rundschau nicht zu Unrecht als Einverständnisberichterstattung eingeordneten Arbeit alle Mühe, jedem zu gefallen. Dem Franz, dem Sepp und dem Zuschauer. Er gibt den netten Schwiergersohn von nebenan und versucht sich als normalgebliebene Medienikone zu positionieren. Dem Hamburger Abendblatt sagte er in einem Interview: “Wir Fernsehfritzen reden permanent über andere – und am Ende ist man unversehens wichtiger als die anderen.” (…) “Fernsehen machen bringt Souveränität und innere Sicherheit” (…) “Der kritische Blick nach innen aber bleibt.”

Eine Online-Petition unter www.stopptbeckmann.de hat der nach innen kritische und souveräne ARD-Sprechmeister nun unter Zuhilfenahme seiner Juristen zu stoppen versucht. Angeblich haben die Betreiber der Website stopptbeckmann.de nun eine Unterlassungserklärung erhalten. Fazit: Ein kritischer Blick nach innen ist erlaubt, die Kritik der Massen dagegen unerwünscht.

Essentielles zu Reinbold Heckmann: Medienjunkie, Schlüsselkind, Normkonform, Schreibblogade

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6 Kommentare zu “A guy called Reinhold”

  1. clawier behauptet:

    Schön war auch der Satz zum Schluss: “Denn beim Fussball geht es ja ums Tore schießen”. Ach so.

  2. Tobias Ihde behauptet:

    Also ich fand das mit der einhändigen Faustabwehr auch den Kracher. :)
    Stellt Euch mal vor Barthes klemmt sich den Ball erst auf die Schulter und stößt ihn dann ab anstatt zu fausten. :)

  3. medienjunkie behauptet:

    sehr schöner bericht, und so wahr. :-)

  4. Björn Hornemann behauptet:

    @ tobi: wäre ne revolutionäre technik, die einzig durch tims pantherrolle gegen juve übertroffen würde ;)

  5. LawFox behauptet:

    Man müsste mal ein Volksbegehren zum Thema “freie Wahl der Fußball-Kommentatoren” anstrengen. Dann würden Kommentatoren wie Herr Beckmann sicher schnell weinend im ARD-Keller verschwinden – das kann man sich doch nicht mehr antun! Oder?

    Nicht nur, dass Spiele wie Tunesien – Ukraine oder Ukraine – Schweiz das Fußballerherz schmerzen lassen. Nein, der Gnadenstoß kommt dann vonseiten der sog. Kommentatoren.

    Unfassbar!

  6. mike behauptet:

    Solange im Rundfunkrat Menschen sitzen, die Carolin Reiber, Florian Silbereisen, Marianne & Michael und den Rest der ganzen Brut auf uns loslassen, wird sich diesbezüglich kaum etwas ändern.

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