Archiv Dezember, 2009

Klafft die Schere in der Bundesliga?

22. Dezember 2009 | 10:12

Eine überraschend lange Zeit habe ich die Klage nicht mehr vernommen, dass die Schere zwischen armen und reichen Vereinen auseinanderklafft. Grund mag sein, dass die Bayern trotz Millionen-Investationen erst in den letzten Wochen in die Gänge kamen. Grund kann auch sein, dass der VfB trotz der Stars Hleb und Progrebnijak gegen den Abstieg kämpft. Oder, dass die vermeintlich schon bankrotten Schalker mit einer jungen Truppe plötzlich auf Rang zwei stehen.

Wie dem auch sei, diese Klagen werden sicherlich wieder kommen. Jedenfalls hab ich mir bisschen Zeit genommen und die für ein Ziel sicher zu erreichenden Punkte aufgetragen. Hypothese: wenn die Schere klafft, werden zum Klassenerhalt immer weniger Punkte gebraucht, während für höhere Ziele mehr Punkte nötig sein werden.

Ein sicherer Klassenerhalt ist gegeben, wenn die Punkte des ersten Absteigers plus 1 erreicht werden. Eine sichere Meisterschaft entspricht den Punkten des Zweitplatzierten plus 1. Damit werden Ausreißer nach oben (Meister) und nach unten (2 bzw. später 1 Absteiger) ausgeblendet. Die Werte für die laufende Saison wurden hochgerechnet.

Benötigte Punkte zur Zielerreichung in der Bundesliga

Aus der Grafik sind folgende Schlüsse zu ziehen:

  1. Bis auf die Ausnahme in der Saison 08/09 gibt es im Abstiegsbereich eine Wellenbewegung. Jedes zweite Jahr sind vergleichsweise mehr Punkte nötig um dieses Ziel zu erreichen. Diese Saison könnte bei gleichem Verlauf sehr umkämpft sein – wäre bitter für die Hertha.
  2. Nach dem Erreichen des Klassenerhalts müssen die Klubs noch eine Menge Holz auflegen, um die internationalen Plätze zu erreichen. Das war 05/06 und 06/07 eine enge Kiste. Davor wars schwieriger, aber letzte Saison mussten die Teams die größten Anstrengungen leisten. Auch dieses Jahr scheint das Niveau hoch zu liegen.
  3. Die Welten lagen in der Saison 02/03 nah beisammen, als der Weg vom Klassenerhalt zur Meisterschaft am kürzesten war. Die größte Distanz gab es 05/06 – doch dort war der Weg zu den internationalen Fleischtöpfen immerhin kurz. In der Zeit war auch der letzte Champions-League Qualifikant noch vergleichsweise weit vom Thron entfernt, was sich nun wiederum relativiert.
  4. Seit 05/06 sind die zur Meisterschaft nötigen Punkte auf ähnlich hohem Niveau, Abstürze wie 02/03 oder 04/05 hat es nicht mehr gegeben.

Fazit: Während das Grundniveau auf gutem Niveau bleibt und somit eher finanzschwache Teams sich nicht wirklich schlechter präsentieren, ist der Weg nach Europa in den letzten Jahren stetig steiler geworden. Nur dieses Jahr zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Die Qualität in die Spitze nimmt derzeit zu, jedoch auch der Wettbewerb, was die Bundesliga im europäischen Vergleich zur spannendsten Eliteklasse macht.

An dieser Stelle gebührt es sich, den “Tigerenten” zum 100jährigen Bestehen zu nachträglich gratulieren. Glückwunsch nach Dortmund. Im Fußball Fanshop gibt es offenbar noch T-Shirts zum Jubiläum, war anscheinend nicht so viel los ;)

Diagrammhintergrund

Deutschland, die Socceroos und die WM

11. Dezember 2009 | 14:13

Es ist Sonntag der 13. Wir schreiben den Monat Juni, im nicht zu fernen Jahre 2010. Durban, Südafrika. Um 20.30 beginnt auch für die deutsche Fußball Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft. Die “Socceroos”, der Auftaktgegner, kommen vom anderen “Ende” der Welt, Australien.

Das bemerkenswerte an dieser Paarung ist, dass die Australier sich zuvor nur für zwei andere Weltmeisterschaften qualifiziert haben, nämlich 1974 und 2006. Beide Male hieß das Austragungsland Deutschland.

Und auch bei der WM 1974 traf Australien zum Auftakt auf eine deutsche Mannschaft und verlor nach Eigentor von Curran und einem Treffer von Streich gegen die DDR. Der nächste Gruppengegner war die BRD, doch das Aufeinandertreffen in Hamburg verloren die “Socceroos” mit 0:3 nach Toren von Overath, Cullmann und Müller. Am Ende schied Australien sieg- und torlos in der Gruppenphase aus.

Besser lief es bei der WM 2006, in der die Gruppenphase nach Sieg über Japan, Remis gegen Kroatien und einer Niederlage gegen Brasilien mit Platz 2 abgeschlossen wurde. Schluss war dann im Achtelfinale gegen den späteren Weltmeister Italien, tragischerweise durch einen Strafstoß zum 0:1 in der Nachspielzeit.

Nun also 2010. Behält Deutschland die weiße Weltmeisterschafts-Weste gegen Australien? Gehen die Jungs von Down Under den nächsten Schritt und ziehen ins Viertelfinale ein? Ach, weiß der Fußballgott!

Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen sollte man seine Farben unterstützen, schließlich feiert es sich auf dem ersten Platz besser als nur auf 2 oder 3, unerheblich ob vor Ort in Südafrika oder beim Public Viewing in seiner Stadt. Das nötige Zubehör sollte natürlich nicht fehlen. So wurde das neue deutsche Trikot vor einem Monat vorgestellt und .. ach ja .. Weihnachten steht auch noch vor der Tür. Ob da nicht ein Blick in den Fanshop lohnt?

Der Fußballgott sieht jedenfalls auch alles ;)