Die Essenz des ersten Spieltags lautet: Alles bleibt beim Alten. Trotz durchwachsener Vorbereitung, Ankündigung eines “holprigen Saisonbeginns” durch die Vereinsführung und Niederlage im Ligapokalfinale zeigten die Bayern der Dortmunder Borussia zur Freude des SAT1/Arena-Berufsjugendlichen Uli Köhler die Grenzen auf und gewannen 2:0 durch Tore von Makaay und Schweinsteiger. So ist eben bei Bayern. Selbst totgeschrieben reicht es für den Rekordmeister noch zu einem souverän herausgespielten Dreier.
Die Übertragung der Samstagsspiele in der Konferenz hätte man sich sparen können. Die Snippets waren in etwa so aussagekräftig wie die Sportschau-Berichte. Zwischenzeitlich machten einige Kommentatoren aus ihren Sendezeiten eine gut getarnte Werbesendung für Pay-TV. Positives Highlight: Die fränkische Radiolegende Günter Koch, der die bei TV-Unterhaltern übliche Pseudo-Überparteilichkeit beim Bayerischen Rundfunk zurückliess und aus der Sympathie für “seine” Nürnberger keinen Hehl machte. Sehr angenehm und endlich einmal ein emotionaler Kontrast zu den Patrick Wasserziehers dieser Welt. Nürnberg war überhaupt die Überraschung des Spieltages. Zwar ist Armin Veh in unserer Tippkickrunde mein persönlicher Kandidat für die erste Trainerentlassung, aber mit einer derart enttäuschenden Leistung der Stuttgarter vor heimischen Publikum habe ich nicht gerechnet. 0:3 dank Treffern von Vittek, Schroth und Saenko.
Die Stellinger Sportfreunde offenbarten nach dem 0:0 gegen CA Osasuna erneut ihre mangelhafte Chancenauswertung gegen Arminia Bielefeld. Immerhin traf Neuzugang Boubacar Sanogo nach dem Führungstreffer von Bielefelds Neuzugang Eigler. Doch wenn die Hamburger um den Titel mitspielen wollen, muss hier eindeutig mehr kommen.
Ebenfalls enttäuschend spielte der FC Schalke. Coach Slomka hatte die Meisterschaft vor dem Ligastart als Saisonziel ausgegeben. Bis dahin müssen die Gelsenkirchener allerdings noch die Defizite im Abschluss abstellen. Gegen Eintracht Frankfurt reichte es lediglich zu einem 1:1 nach Toren von Halil Altintop und Amanatidis, sowie einem durch Lincoln vergebenen (unberechtigten) Strafstoß.
Werder Bremen bewies im Nordderby gegen Hannover 96, warum man Per Mertesacker verpflichtet hat. Nach dem kurzfristigen Wechsel von Innenverteidiger Fahrenhorst zu Hannover rückte Petri Pasanen anstelle des ehemaligen Nationalspielers in die erste Elf. Die fehlende Abstimmung mit Naldo, Womé und Fritz führte zu vielen Lücken in der Abwehr. Da bleibt nur zur hoffen, daß sich Mertesacker schnell in die Mannschaft eingliedern wird sobald er wieder fit ist. Dennoch ging Werder nach sehenswerter Vorbereitung von Klose durch den stark spielenden Neuzugang Diego in Führung. Dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Stajner folgte ein Elfmeter für Werder, den Borowski allerdings nicht nutzen konnte. In der zweiten Halbzeit spielte Hannover stark auf und ging verdient durch Hashemian in Führung. Was folgte, veranlasste Keeper Robert Enke nach dem Spiel im Radio-Interview zu dem Satz “Eigentlich habe ich keine Lust mehr gegen Werder Bremen zu spielen”. Schaaf brachte mit Hunt einen zusätzlichen Stürmer und tauschte den vom FC Porto gekommenen Almeida gegen Ivan Klasnic aus. Nach einem Fehler von Enke sorgte der Portugiese für seinen perfekten Einstand und köpfte zum Ausgleich. Hannover war im Anschluss nicht mehr in der Lage, den sich in einen Rausch spielenden Bremern Paroli zu bieten. Klose und Jensen (nach traumhafter Vorlage des starken Diego) versetzten den 96ern den K.O.-Schlag.
Weitere Begegnungen:
Leverkusen vs. Aachen – 3:0
Gladbach vs. Cottbus – 2:0
Wolfsburg vs. Hertha BSC – 0:0
Mainz 05 vs- Vfl Bochum – 2:1