Archiv Januar, 2006

Das Los entscheidet

25. Januar 2006 | 23:17

An diesem Freitag findet in Montreux die Auslosung der Qualifikations-Gruppen zur Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich statt. Übertragen wird diese Lotto-Show ab 12 Uhr vom ZDF, N24 und Eurosport. Stephane Chapiusat und Andreas Herzog, beide ehemalige Bundesligaspieler, werden als „Glücksfeen“ in die Töpfe greifen. Die deutsche Nationalmannschaft teilt sich den Lostopf mit Europameister Griechenland, den Niederlanden, Portugal, England, der Tschechischen Republik, Frankreich und Schweden. Schwierige Gruppe also.

Viel interessanter ist wahrscheinlich die Enthüllung des neu gestalteten EM-Pokals durch UEFA-Präsident Lennart Johansson direkt vor der Auslosung. Angelehnt an das Original ist die modernisierte Fassung der Trophäe 18 Zentimeter größer und zwei Kilogramm schwerer. Man darf also gespannt sein.

Über die erbärmliche Niederlage des SV Werder Bremen beim FC St. Pauli verliere ich jetzt kein Wort. Das wird sicher Kollege Libuda tun, der, soweit ich weiß, live dabei war. Armer Kerl.

» Quelle: DFB News

Wenn der Trainer nicht mehr zum Sündenbock taugt…

25. Januar 2006 | 10:43

trainerentlassungDie Saison 05/06 steht kurz vor der Rückrunde. Dennoch hat man bei den Trainerentlassungen einen neuen Rekordwert erreicht. 8 entlassene Coaches schon nach der Hinrunde hat es nach meinem Stand bisher noch nicht gegeben. Unglücklich auch die Umstände der Trennungen. Geht man nach den Gepflogenheiten der vergangenen Hinrunde, muss ein Trainer die Treuebekundungen seines Vereins eher als Warnsignal interpretieren. Kein Glanzlicht warfen die Umstände der Entlassung von Ewald Lienen auf Vorstand und Geschäftsführung von Hannover 96. Auch Schalke legte sich durch den Umgang mit Coach Rangnick einen PR-Gau ins eigene Nest, dem als kleines Nachbeben der eher unfreiwillige Wechsel von Manager Assauer auf den Präsidentenposten im kommenden August folgen wird.

Allerdings hat sich in den vergangenen Monaten eine neue Entwicklung in Gang gesetzt. Der Trend der Saison 2005/2006 nennt sich Doppelwechsel, denn auch die Manager und Geschäftsführer sind bei sportlichem Mißerfolg nicht mehr unantastbar. Zuletzt war dies beim Zweitligisten 1860 München zu beobachten. Der Münchener Club entließ am Sonntag neben Trainer Maurer auch Geschäftsführer Kneißl, um ihn gg. den ehemaligen Nationalverteidiger Stefan Reuter auszutauschen. Ein ähnliches Bild beim 1. FC Köln. Dort löste Michael Meyer (ehemaliger Manager von Borussia Dortmund) den glücklosen Andreas Rettig ab. Ein weiteres Beispiel bildet die de-facto Entmachtung von Rudi Assauer bei Schalke 04. Bevor Rainer Calmund sich als Aufhänger für schlechte Manager-Reality-Shows der Produktionsfirma Endemol hergab, war auch er mal Aushängeschild eines gewissen rheinischen Werks-Clubs aus Leverkusen.

Nun fragt man sich: Ist diese Entwicklung im Schatten des erhöhten Medieninteresses vor der WM aufgezogen oder stellen die Clubs die Management-Ebene im Rahmen eines Generationswechsels neu auf? Aussauer war schon seit Jahren der Pate von Gelsenkirchen, Calmund vermutlich mit einem höheren Bekanntheits- und Gewichtsgrad ausgestattet als Bayer Leverkusen. Clubs wie Werder Bremen oder der Hamburger SV machen vor wie man mit Kontinuität auf Management und Trainer-Ebene einen Club erfolgreich entwickeln kann. Machen die Beispiele Schule, geht die Liga ökonomisch wie sportlich deutlich besseren Zeiten entgegen.

Statistik: Trainerentlassungen 2005/2006

01. Klaus Augenthaler [Bayer Leverkusen]
02. Wolfgang Wolf [1. FC Nürnberg]
03. Ewald Lienen [Hannover 96]
04. Michael Henke [1. FC Kaiserslautern]
05. Norbert Meier [MSV Duisburg]
06. Ralf Rangnick [FC Schalke 04]
07. Uwe Rapolder [1. KC Köln]
08. Holger Fach [VfL Wolfsburg]

big brother is watching you: Kollektivhaftung für Kölner Fanclubs

24. Januar 2006 | 14:57

Der 1. FC Köln beschreitet neue Wege zur Vermeidung von Gewalt im Stadion. Nachdem es in der Hinrunde zu diversen Eskapaden wie dem sogenannten „Trommelstockwurf“ kam (bei dem ein Hamburger Spieler verletzt wurde), suchte der Verein nach geeigneten Mitteln. Etwas fraglich ist allerdings der neue Modus zur Vergabe von Auswärts-Karten. Die Fan-Clubs müssen nun bei der Bestellung von Auswärtstickets die Personalien der Käufer angeben und sich vorab in einer schriftlichen Vereinbarung verpflichten, für eventuelle Schäden aufzukommen die durch einzelne Randalierer verursacht werden. Grundsätzlich heisst das: Hat ein Schwachkopf seine Karte z.b. über den Fanclub „diehörster“ bezogen, haftet der Fanclub – sofern der Schaden nicht durch den Verursacher selbst getragen werden kann. Offenbar befürchten die Fanclubs auch eine Ausweitung der Regelung auf die Heimspiele des FC. Einen sehr guten Beitrag zu diesem Thema findet Ihr auf der 11freunde-Website.

Frage an die Rechtsexperten:
Sind solche Regelungen eigentlich im Rahmen der geltenden Rechtslage?

Eriksson wird nach WM abgesetzt.

24. Januar 2006 | 11:39

SVen Göran ErikssonDer Vertrag des englischen Nationalcoaches Sven Göran Eriksson wird nach der WM vorzeitig aufgelöst. Dies gibt der Englische Fußballverband FA auf seiner Website bekannt. Eriksson war kürzlich von einem als Scheich getarnten britischen Boulevard-Journalisten in einer Falle gelockt worden und hatte sich in diesem Gespräch zu despektierlichen Äußerungen über diverse Nationalspieler und ein mögliches Engagement bei Aston Villa hinreissen lassen. Daraufhin setzte sich eine breite Diskussion in der britischen Medien ein, ob Eriksson noch haltbar sei. Nun stellt sich die spannende Frage ob Eriksson die WM überhaupt noch trotz der Treuebekundungen durch den Verband erlebt oder ob er noch vorher bei passender Gelegenheit abgeschossen wird.

Kritik am Verband Deutscher Sportjournalisten

24. Januar 2006 | 10:53

Rolf TöpperwienDie FAZ hat gestern einen sehr interessanten Artikel über die Vermischung von PR-Arbeit und Journalismus veröffentlicht. Autor Niggemeier bemängelt in dem Artikel „Mein Verein“ die fehlende Distanz vieler Sportjournalisten zu ihren bevorzugten Vereinen. Zitiert wird hierzu ein Ausspruch vom ZDF-Experten Stroh für Strohmrum und andere südamerikanische Rauschmittel, Rolf Töpperwien auf einer Tagung des Netzwerkes Recherche:

„Es ist eine große Familie, und ich gehöre nicht zu denjenigen, die sagen: Es sind zwei Boote, in denen Journalisten und Spieler sitzen. Ich sage: Wir sitzen in einem Boot.”

Im Anschluss werden beispielsweise das Hochjubeln durchschnittlicher Sportveranstaltungen zum Top-Event bemängelt, wie auch das Abdriften des Sportjournalismus in das reine Unterhaltungsressort.

Äußerst interessant zu lesen. » zum FAZ-Artikel

Benefiz-Aktion für Gladbach-Supporter Manolo

23. Januar 2006 | 13:02

Manolo - Borussia MönchengladbachManche Symbolfiguren begleiten die Berichterstattung jahrelang und machen in ihrer Summierung sowas wie die Seele ihres Clubs aus . Beim 1. FC Köln sind es Hennes der Geißbock und Wolfgang Overath, Schalke wurde um das Urgestein Charly Neumann bereichert und Borussia Mönchengladbach hatte Manolo, „den Trommler“. Kaum eine Sportschau in den 80er Jahren, in denen die Spielberichte nicht mit Takes des eigentlich aus der Türkei stammenden Gladbacher Supporters bereichert wurden. Ethem Özenrenler, ist mitlerweile mehr Erinnerung als Bestandteil der Gladbacher Fanszene. Analog zum Abriss des alten Stadions am Bökelberg kommt der ehemalige Taktgeber der Gladbacher Nordkurve wieder in die Schlagzeilen.

Von Diabetes gezeichnet, lebt Özenrenler mitlerweile in einem Pflegeheim und benötigt ständige Betreuung. Gladbacher Fans haben nun eine Hilfsaktion gestartet, um die Situation des schwerkranken Mannes zu verbessern. Zudem werden Begleiter gesucht, die Manolo in den neuen Borussia-Park begleiten. Weitere Aktionen sind geplant. Ein sehr guter Artikel zu diesem Thema findet sich in der Süddeutschen Zeitung.

» zur Spendenaktion

Zäsur: 1860 trennt sich von Trainer Maurer

23. Januar 2006 | 11:32

1860 entlässt coach maurerDer langjährige Erstligist 1860 München hat sich am gestrigen Sonntag von Coach Maurer und Geschäftsführer Kneißl getrennt. Auf den ersten Blick scheint dieser Schritt unverständlich. Der Stadtrivale der „großen“ Bayern steht in der 2. Bundesliga auf Rang 4, lediglich 6 Punkte Rückstand trennen die Löwen von Tabellenführer Aachen. Allerdings konnte das Team in der Hinrunde lediglich 3 Heimsiege verbuchen, im gestrigen Spiel gegen Schlußlicht LR Ahlen langte es lediglich zu einem schwachen Remis (0:0).

Vorerst wird Co-Trainer Bernhard Trares das Training leiten, ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. Vermutlich wird Ex-Trainer Werner Lorant von den Medien ins Spiel gebracht werden. Schon am Mittwoch spielt 1860 im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt.

Bild.de meldet Vollzug des Ailton Transfers

23. Januar 2006 | 09:34

ailton wechselt zum hsv Bild.de meldet den Wechsel von Besiktas-Stürmer Ailton zum HSV. Der 32-jährige wird zunächst leihweise bis zum Ende der Saison den Kader des Tabellenzweiten verstärken. Zuvor hatte sich Hamburg erfolglos um Zigic, Bojinov und Dagoberto Pelentier bemüht. Ailton spielte in Werders Meistersaison 2003/2004 seine bisher erfolgreichste Spielzeit und machte 28 Tore. Bei Schalke und Besiktas Istanbul konnte er sich allerdings nicht wirklich durchsetzen. Bild informiert weiterhin über substantielle Ereignisse aus Ailton´s Karriere:

Zu Hause im brasilianischen Mogeiro reitet er am liebsten wilde Rodeos. Bei Werder feierte er 2004 den Titelgewinn nackt im Entmüdungsbecken.

Investigativer Journalismus in Reinform.

Update: Spiegel Online zitiert HSV-Pressesprecher Jörn Wolf mit den Worten „Der Wechsel ist noch nicht perfekt. Im Laufe des heutigen Tages, spätestens morgen Vormittag entscheidet sich, ob Ailton künftig für den HSV spielt“.

Ich bin für Deutschland. Oder Brasilien.

20. Januar 2006 | 13:24

Die Jungs von der Onlineredaktion des DFB haben sich ein WM-Gewinnspiel mit dem schönen Titel „Ich bin für Deutschland“ einfallen lassen. Jeder, der fähig ist, eine Kamera zu bedienen, kann ein Foto von sich „im Trikot der Nationalmannschaft oder mit Fan-Schal, beim Torschuss oder bei einer Torwartparade“ mit einem lieben Gruß an die Nationalmannschaft versehen und per Post an den DFB senden.

Liebe Frauen, Ballack-Stalker und Nutzer dieses Forums, es reicht nicht, auf dem Foto NUR einen Fan-Schal zu tragen! Solche Bilder könnten die Moral der Mannschaft empfindlich beeinflussen und die Weltmeisterschaft gefährden.

Ach ja, es gibt übrigens auch noch etwas zu gewinnen: z.B. ein Candle-Light-Dinner mit Nutella und Kevin Kuranyi zwei Eintrittskarten für ein Heimspiel der deutschen Mannschaft in der EM-Qualifikation oder ein Trikot der DFB-Auswahl mit allen Autogrammen. Nein! Natürlich nicht getragen.

Blitzturnier in Kropp: Gipfeltreffen in der Pampa

20. Januar 2006 | 11:15

blitzturnier kropp werder hsvDas sich die Winterpause (gottlob) dem Ende zuneigt, erfährt der norddeutsche Fußballanhänger traditionell durch das Blitzturnier im Holsteinischen Kropp. Seit Jahren wird dort in familiärer Atmosphäre um den Holsten-Cup gespielt. Kurios endete das Spiel im vergangenen Jahr. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung ging es ins Elfmeterschiessen. Beim Stand von 7:7 stürmten die Fans allerdings den Platz und das Spiel wurde abgebrochen, beide Mannschaften zum Sieger erklärt.

Samstagmittag um 14 Uhr ist es wieder soweit. Der hanseatische Mob aus Bremen und Hamburg fällt in die ländliche Idylle ein. Der Unterschied zu den Vorjahren: Der HSV steht derzeit auf Rang 2, Werder auf dem dritten Platz der Bundesliga-Tabelle. Ein Testspiel mit hohem Unterhaltungswert. 8.000 Zuschauer werden auf der kleinen Sportanlage erwartet, 700 Restkarten werden am Samstag in den freien Verkauf gehen. Wer sich nicht auf den Weg machen will, kann sich ausnahmsweise über den NDR freuen. Die übertragen das Spiel ab 13:45 in einer Sondersendung.